Alle Artikel mit dem Schlagwort: Iss das (nicht)!

Die SHAPE-Frau macht Urlaub

Kommt mit, heute besuchen wir wieder eines dieser Fabelwesen vom Zeitschriftenkiosk. Ihr müsst nicht leise sein, die SHAPE-Frau ist nicht scheu. Eher so Boom!!! Hier bin ich. Und effizient ist sie. Wie bereits der Blick auf das Cover der Fitnesszeitschrift offenbart. Denn keine ihrer maßgeblichen Lebensaktivitäten dauert länger als 5 Minuten. Und sie liebt Ausrufezeichen. Mit 5 Minuten seid ihr beim Fasirgendwas – Workout dabei (Da wabbelt nichts mehr!). Mit ganz winzigen Tricks – mikroskopisch sozusagen – kriegt man endlich den flachen Bauch (Ganz nebenbei!). Die Instagram-würdige Taille gibt es in nur einer Minute. Dafür müsst ihr nur euren Kleiderschrank je nach Körperform komplett neu bestücken. Ihr wisst schon Birne, Apfel oder Kiwi, falls ihr euch schon eine Weile nicht die Beine rasiert habt. 

Lassen Sie sofort die Nudel fallen und klicken Sie hier

Schon eine Weile versuche ich hier, gesehenen oder gelesenen Quark in Texte zu gießen. Nun, man stumpft ein bisschen ab. Ab und zu fällt es mir schwer, noch kritisch die Augenbraue zu heben. Und manchmal ist es mir ein echtes Bedürfnis.  Kaum jemandem kann in den letzten Tagen entgangen sein, dass es Neuigkeiten zur Nudel gibt. Und hier ist nichts metaphorisch gemeint. Denn eine Pasta-News klickte sich durch die Weiten des Internets, die spektakulärer kaum sein konnte. Jeder, wirklich jeder, musste sicherstellen, dass wir informiert sind. Zunächst waren da die Onlineauftritte der klassischen Frauenmedien, die ihre gutes-Essen-schlechtes-Essen-Liste verständlicher weise aktuell halten wollen:

Lasst uns doch auch ein bisschen Selbstliebe machen. – Warum das mit den neuen Frauenzeitschriften gar nicht so einfach ist

Spätestens seit die britische ELLE eine jährliche Feminist Issue herausbringt und die US-Cosmopolition mit Jill Filipovic eine feministische Bloggerin verpflichtet hat, dreht sich etwas im angloamerikanischen Markt. Auch hierzulande hat man erkannt: ein bisschen weniger Körperhass und ein bisschen mehr Selbstliebe können Verkaufsargumente sein. Jüngstes Beispiel ist die Mai-Ausgabe der GLAMOUR. Die Free your Body-Issue („Your body loves you, love him back.“) verspricht mehr Intuition, mehr Stolz, mehr Ich. Nun wollen wir nicht kleinlich sein und uns wundern, dass da aufs Cover natürlich niemand anderes als Supermodel Bella Hadids befreiter Körper gehört. Wir blättern einfach ein wenig.

Warum Retro-Werbung zur Gewichtszunahme kein Grund zur Freude ist

Sie tummeln sich schon eine Weile in den sozialen Netzwerken: Retro-Werbeanzeigen, die verzweifelten dünnen Frauen versprechen, wie sie todsicher ein paar Kilo mehr auf die Rippen bekommen. Das teilt man natürlich gern in Zeiten von Figurdruck & Bäuchen, die nur mit Sixpack so richtig fit sind. Erst am Wochenende freuten sich zwei Frauenzeitschriften, denn früher war alles besser. Es ist der altbekannte Seufzer: Damals, gemeint sind ca. die 30er bis 60er, waren Kurven eben sexy. Das waren noch Zeiten. So erfrischend es auch sein mag, eine Beautyindustrie zu betrachten, die der Gewichtszunahme applaudiert, so klar wird bei der genaueren Betrachtung der Anzeigen: wirklich anders ist hier nichts.