Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bekenntnisse

Diäten und Co.

Ich verrate euch etwas. Als ich im letzten Jahr den Grimme Online Award gewann, konnte ich vor Freude nicht schlafen in der Nacht, die folgte. Ich war unglaublich glücklich und stolz. Am nächsten Tag sah ich ein Bild von mir und Caroline Peters, die mir den Preis überreicht hatte, bei Spiegel Online. Ich schaute auf das Bild und dachte kurz: „Mensch, hast du dicke Oberarme. Und was hast du dir bei der weißen Hose gedacht? Die Caroline Peters hat das richtig gemacht mit dem schwarzen, langärmeligen Overall. Die kennt sich aus, die ist vom Fernsehen. Hättest du mal dran denken können, dass man auf Fotos immer dicker aussieht. Da kriegst du diesen Wahnsinnspreis und dann ausgerechnet in diesem Jahr, kurz nach dem zweiten Kind, wo noch alle Kilos drauf sind.“

Ich mag den Muttertag

Morgen werden mich kleine Arme umarmen und mir dicke, feuchte Küsse aufdrücken. Ich werde ein selbstgemachtes Bild von einem Blumenstrauß bekommen. Ganz kleine zusammengeknüllte Seidenpapierkugeln wurden aufgeklebt und bilden den Blumenstrauß. Es sind sehr viele kleine Kugeln. Ich weiß, wie lange das gedauert haben muss, bis aus den Kugeln der Strauß wurde. Und wie ab und zu die Konzentration meines Kindes verloren gegangen sein wird. Aber ich weiß von der Person, die ihr dabei geholfen hat, dass es sich nicht hat ablenken lassen. Weil sie dieses Geschenk für ihre Mama unbedingt fertig machen wollte. Mein Mann wird mir einen Kuss aufdrücken und „Danke“ sagen. Einen Kuss, der ein wenig länger dauert als sonst, wenn der Alltag oft nur Aneinandervorbeigehusche für uns bereithält.

Altpapier-Poesie

Allerspätestens mit den ersten Sonnenstrahlen war klar, dass der Kartonfriedhof auf dem Balkon verschwinden musste. Wir haben einen ziemlich ansehnlichen Balkon ordentlicher Größe, aber das Papier hatte ihn fast verschwinden lassen. Alles begann mit den vor Weihnachten eintreffenden Paketen diverser Versandhändler. Es war draußen so kalt und so ungemütlich und irgendwie schlief das Baby immer oder hatte schlechte Laune oder ich hatte gar keine Lust, es in 25 Schichten Jacken zu hüllen, um das bisschen Papier loszuwerden.

Kleine existenzielle Krisen

Das Problem mit dem Bloggen ist ja, dass der Blog eben irgendwie man selbst ist. Aber man lebt nicht im Blog. Hier wäre es vermutlich auch ziemlich ungemütlich. HTML kann man nicht essen und ständig hätte man ein schlechtes Gewissen zwischen all den rot mahnenden Plugin-Updates, während der Schlaf von hereinfliegenden Kommentaren gestört wird, die scharf die eigene mangelhafte Kommasetzung anmahnen.