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Altpapier-Poesie

Allerspätestens mit den ersten Sonnenstrahlen war klar, dass der Kartonfriedhof auf dem Balkon verschwinden musste. Wir haben einen ziemlich ansehnlichen Balkon ordentlicher Größe, aber das Papier hatte ihn fast verschwinden lassen. Alles begann mit den vor Weihnachten eintreffenden Paketen diverser Versandhändler. Es war draußen so kalt und so ungemütlich und irgendwie schlief das Baby immer oder hatte schlechte Laune oder ich hatte gar keine Lust, es in 25 Schichten Jacken zu hüllen, um das bisschen Papier loszuwerden.

Kleine existenzielle Krisen

Das Problem mit dem Bloggen ist ja, dass der Blog eben irgendwie man selbst ist. Aber man lebt nicht im Blog. Hier wäre es vermutlich auch ziemlich ungemütlich. HTML kann man nicht essen und ständig hätte man ein schlechtes Gewissen zwischen all den rot mahnenden Plugin-Updates, während der Schlaf von hereinfliegenden Kommentaren gestört wird, die scharf die eigene mangelhafte Kommasetzung anmahnen.

Wir lassen uns das Singen nicht verbieten

Heute war so. Heute war grau. Heute war ein Tag, wie man die Tage nicht gern hätte. Heute war ein Tag, an dessen Ende ich als grundsätzlich positiver Mensch viel lieber an den nächsten Tag denke, als an die vergangenen Stunden. Weil ich es aber doch tue, also noch einmal an den heutigen Tag zu denken, fällt mir etwas auf. Heute war es wieder sehr laut. Aber gut laut. Melodiös laut. Ich habe in den Untiefen meines CD-Regals alte Schätze gehoben. Und während ich durch die Wohnung lief und 90er-Jahre-Klassiker schmettere (darunter die heilige Dreifaltigkeit von Un-Break My Heart/Toni – Vision of Love/Mariah– I Have Nothing/God bless you, Whitney), bemerkte ich, dass ich nicht nur Eins-A textsicher war.

Berlin, Berlin

Das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, hat dreitausend Einwohner. Ich war in den letzten Wochen viel da. Es ist wunderschön dort und es schreibt sich ganz fantastisch unter einem alten Kirschbaum in einem traumhaften Garten. Untermalt von der Geräuschkulisse der Landmaschinen, Rasenmäher und Kreißsägen – Einer der größten Mythen über das Leben auf dem Land ist ja, dass es dort ruhig zugeht. – habe ich es nicht ganz geschafft, meine Sommerpause einzuhalten. Ich liebe diesen Ort. Aber das Zuhausegefühl überkommt mich schon lange, wenn ich von der A100 aus den Funkturm erblicke. Berlin ist meine Heimat.

Nette Jungs bringen’s nicht

In machen Firmen hat man das zweifelhafte Vergnügen zu ausgesuchten Festivitäten seinen Partner mitbringen zu müssen. Ich mag das nicht, denn es führt zu Kaffeeküchengesprächen wie diesem: „Was glaubst du, wer ist bei X der Mann im Haus?“ „Ich glaube, sie sind beide die Mädchen. Das ist so ein Netter.“ Ich habe auch schon mit dem „Du bist nett.“ – Satz irritiert. Er wird gern als Zurückweisung empfunden, als Verbannung in den Nur-Freunde-Status. Letzter Tropfen auf dem bereits erhitzten Stein meiner Überlegungen war das Durchblättern der InStyle Men, die verkündete, dass Frauen keine netten Männer wollen. Aber man(n) trotzdem ein bisschen zuvorkommend sein sollte am Anfang. Dazu später mehr. Nette Menschen haben wir eigentlich alle gern um uns. Gerade diskutieren wir auch wieder sehr laut über Väter, die ja auch Männer sind (habe ich gehört…) und hoffentlich liebevoll und emotional. In der Anbahnungs- und Beschnupperungsphase aber wird gern der Mythos befeuert, sobald ein romantisch-sexuelles Interesse da sei, müsse es andersherum gehen.