Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schnipsel vom Elternsein

Feeministinnen und Raubaukinnen – Meine coole Frau im Oktober macht Wände schöner

Ich habe mich zwar gerade (so halb) von Facebook verabschiedet, aber eine gute Sache muss ich Mark Zuckerberg zugestehen. Über ihn habe ich Karin gefunden. Sie ist Illustratorin und will (nicht nur) unsere Kinderzimmerwände ein bisschen schöner zu machen. Ich mochte ihre Ideen sofort, denn sie sind nicht nur einfach schön (für die Kinder), sondern auch ein bisschen hintergründig (für die Eltern). Und seien wir mal ehrlich, wir brauchen keine weitere Elsa an der Wand. Aber vielleicht eine Feeministin. Grund genug, Karin zu meiner coolen Frau im Oktober zu machen und ihr ein paar Fragen zu stellen:

Bad Moms oder Das ist Deutschland

Heute startet der Film Bad Moms in den deutschen Kinos. Ich werde ihn mir nicht ansehen. Als der Trailer vor ein paar Monaten herauskam, hatte ich bereits das Gefühl, dass er nicht ganz mein Humor sein würde. Abgesehen davon handelt es sich um einen Film über Mütter, der bis auf die Hauptdarstellerinnen von einem rein männlichen Team realisiert wurde (Regisseur, Drehbuch….). Letzteres stammt von den Krachertypen, die schon das Hoho-Buddy-Movie Hangover geschrieben haben und sicher die skurrilen und komischen Seiten und Brüche der Mutterschaft super umsetzen konnten. Aber es geht mir nicht darum, den Film zu zerreißen, ohne ihn gesehen zu haben.

Das Taschentuch von Usain Bolts Mutter

Wenn das Kind etwas Großes leistet, kann man sich als Mutter einer Sache sicher sein: Man wird befragt nach der eigenen Zauberformel. Mit dem Versprechen auf welches Haustier wurde der kleine Beethoven so zuverlässig zum Klavierunterricht angehalten und von welcher Marke war eigentlich Goethes erster Füller? Nun, diese beiden Geheimnisse des Good Parenting werden wir leider nie erfahren. Nicht, weil niemand da war, um die Fragen zu stellen. Sondern weil diese beiden Mütter – wie viele andere im 18. Jahrhundert – früh an etwas starben, was man heute allgemeine Erschöpfung (gern gepaart mit Schwindsucht und anderen Scheußlichkeiten) nennen würde. Soviel zum Thema Vereinbarkeit. Heutige Mütter haben es vermutlich doch ein wenig einfacher und können sich von Zeit zu Zeit richtig freuen. Über die Leistungen ihrer Kinder. Und dazugehörige Fragen.

Bibi und Tina und „Nein heißt Nein“

Vor ein paar Tagen kam der dritte Teil der „Bibi und Tina“ – Reihe mit „echten Menschen“, wie es bei uns liebevoll in Abgrenzung zur Hörspielreihe heißt, in die Videotheken. (Moment gibt’s sowas überhaupt noch?) Na, auf jeden Fall kann man sich den Film jetzt auch zu Hause anschauen. Prompt lese ich wieder ein paar Kritiken, die mich schon geärgert haben, als der Film noch im Kino war. Auf Twitter schreibt jemand „Was haben sie nur für eine sexistische Scheiße aus Bibi und Tina gemacht?“. Ein paar Mal wird sich über die viel kürzeren Hotpants der Mädchen beschwert, die ich auch beim zweiten Schauen nicht entdecken konnte. (Sind die im Trailer?) Schon eine Kritik zum ersten Teil der Reihe vor zwei Jahren sprach von einer „pornös angehauchten Männer-Mädchen-Reitfilm-Fantasie“, zu engen Reithosen und Bibi und Tina, die nur mit dem muskelbepackten, oberkörperfreien Stallburschen flirten. Der ist übrigens Holger, Tinas Bruder und ich konnte damals keine Flirterei erkennen.

Spoiler: Babycontent, Vereinbarkeit und Persönliches

Ich hatte Angst vor diesem zweiten Kind. Ich konnte mich zu gut an die ersten 18 Monate mit dem Ersten erinnern. Wie ich morgens im Halbdunkeln erschöpft durch die Wohnung stolperte, im Kopf nur einen Gedanken: „Lass sie nicht fallen.“ Wenn ich Besuch die Tür öffnete, kam es vor, dass mir wie automatisch die Tränen über die Wangen liefen. Ich ging ungern ans Telefon, weil ich nicht erzählen wollte, wie es war. Über gut gemeinte Hilfe wie „Schlaf, wenn das Baby schläft.“ konnte ich nur sehr, sehr müde lächeln. Dieses Baby schlief nie mehr als 15 Minuten am Stück. Das Aufwachen aus der gerade begonnenen komatoösen Ruhe war schlimmer als wach zu bleiben.