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Kommt, kommt und kauft mehr Farbe

Es ist erst ein paar Dekaden her, da sparte ich sehr lange auf CK One. Weil CK One einfach das Coolste war und ich es natürlich unbedingt haben musste. Dazu trug auch die Ästhetik der Werbung bei – minimalistisch, schwarz-weiß und Kate Moss. Vor CK One hatte ich nur nach Vanilla Kisses gerochen, dem Deo der 90er. Vanilla Kisses kostete damals laut Internet 4 Mark, CK One 40 Mark. Ich trug also irgendwann stolz mein Geld zu Douglas und hielt die ersehnte Flasche in meinen Händen. Zuhause angekommen sprühte ich mich sofort damit ein – und wollte eigentlich wieder zu Vanilla Kisses wechseln. Wenn ich ehrlich zu mir selbst gewesen wäre, hätte ich CK One wohl zurück bringen müssen, denn es gefiel mir nicht. (Heute kann ich das übrigens nur noch durch akute pubertäre Geruchsverwirrung erklären.) Aber ich behielt es, weil es cool und teuer war. Und weil etwas, was so teuer war, ja auch automatisch irgendwie exklusiv und erstrebenswert und selbstverständlich gut sein musste.

Frier‘ doch, Bitch!

So Kinders, jetzt ist’s vorbei mit Liebe und Weltgeschehen hier auf dem Blog. Wir kommen wieder zu den wirklich wichtigen Themen. Wie Einkaufen. Ich mag Mode und bin durchaus bereit, Opfer zu bringen. Die ganzen 90er hindurch trug ich Karohemden und viel zu lange Skinny Jeans, obwohl ich nur 1,60m bin. Ich habe mich an Winterstiefel mit papierdünnen Sohlen gewöhnt, die ich nie oben zu bekomme. Und an dickgestrickte Pullover mit kurzem Arm. Mich kann wenig schocken, dachte ich. Also machte ich mich nach Lektüre einer Zeitschrift (Hier liegt der Anfangsfehler, ich weiß.) am Montag auf, um nach einer neuen Winterjacke Ausschau zu halten. Ich hatte die Umstandsjacke vom letzten Jahr noch im Schrank (unter der ich jetzt problemlos beide Kinder verstecken konnte), aber Mütter wollen ja ab und zu auch etwas Schönes für sich haben. Die Rubrik Style Watch: 5 Teile, die du unbedingt brauchst, weil alle anderen sie schon tragen hatte mir außerdem versprochen, dass es dort draußen einen Mantel gäbe, der sich anfühlte wie eine Umarmung. Es sollte die kalte Hand des Todes werden.

Nur weil ihr es sagt, muss ich meinen Körper noch lange nicht lieben

Körpernormen und Schönheitsideale sind allgegenwärtig. Und es gibt den Versuch einer achselzuckenden Leichtigkeit, die diese Ideale ad absurdum führen will. Auch hier im makellosmag. Ich freue mich über diesen sehr persönlichen Gastbeitrag. Er zeigt, wie verdammt schwer das Weglächeln sein kann. Die Autorin möchte anonym bleiben.  Ich war immer mollig. Mit 16 entschloss ich mich, Vegetarierin zu werden und verlor ein bisschen Gewicht. Ich dachte mir, wenn ich schon ein paar Kilo runter habe, kann ich auch eine Diät machen. Also machte ich eine Diät. Es war eine ordentliche Diät, denn ich wusste viel über Ernährung. Seit ich 12 war, ging ich regelmäßig zu einer Ernährungsberaterin. Meine Mutter hatte damals entschieden, dass es eine gute Sache für mich wäre. Ich bin ihr dankbar dafür. Sie hat mich immer akzeptiert, wie ich war und war damit einer der wenigen Menschen, der das tat, als ich 12 war.

Lasst uns doch auch ein bisschen Selbstliebe machen. – Warum das mit den neuen Frauenzeitschriften gar nicht so einfach ist

Spätestens seit die britische ELLE eine jährliche Feminist Issue herausbringt und die US-Cosmopolition mit Jill Filipovic eine feministische Bloggerin verpflichtet hat, dreht sich etwas im angloamerikanischen Markt. Auch hierzulande hat man erkannt: ein bisschen weniger Körperhass und ein bisschen mehr Selbstliebe können Verkaufsargumente sein. Jüngstes Beispiel ist die Mai-Ausgabe der GLAMOUR. Die Free your Body-Issue („Your body loves you, love him back.“) verspricht mehr Intuition, mehr Stolz, mehr Ich. Nun wollen wir nicht kleinlich sein und uns wundern, dass da aufs Cover natürlich niemand anderes als Supermodel Bella Hadids befreiter Körper gehört. Wir blättern einfach ein wenig.

„Hey, wir bekämpfen hier den Welthunger.“ – Diäten für Männer sind nicht wie Diäten für Frauen

Rob Rhinehart, 22jähriger Softwareentwickler aus Kalifornien hat eine Idee. Er bastelt herum, dieses Mal nicht im Keller, sondern in der Küche. Heraus kommt Soylent. Weil sich gute Ideen von jungen Softwareentwicklern in den USA einfach durchsetzen, schafft die anschließende Crowdfunding-Kampagne ihr Ziel (750.000 Dollar). 20 Millionen Venture Capital fliegen hinterher. Aber dieses Mal geht es nicht um Virtual Reality oder die nächste große App. Es geht um Nahrungsergänzungsmittel. Wer eine Frau ist und brav auf die größtenteils auf sie getrimmte Werbung in Zeitschriften, Fernsehen und Apotheken achtet, weiß natürlich, wie der Hase läuft. Nahrungsergänzungsmittel heißt Diätpulver.