Ich dachte…

Ich dachte, wir hätten uns darauf geeinigt, dass jedes Leben wertvoll ist. Ich dachte, wir alle würden nicken, wenn jemand sagt, egal wie alt, egal wie krank. Wie schaut man eigentlich hinein und weiß, dass die Jahre von 80 bis 95 egal gewesen wären? Welche Grenzen reißen wir gerade ein, was erlauben wir uns zu denken? Als wäre eine Vorerkrankung, wäre eine Lungenkrankheit, Asthma, Diabetes etwas, wo man sowieso jeden Tag damit zu rechnen hätte, dass es vorbei geht. Ich dachte, wir würden länger füreinander einstehen können als zweieinhalb Wochen. Wenn jemand stirbt, stirbt er nicht zu 0,7 Prozent, er ist zu 100 Prozent nicht mehr da. Zurück bleibt nur der Schmerz, auch wenn es nicht unser Schmerz ist. Ich dachte, über so etwas würden wir nicht diskutieren. Ich dachte, wir würden erleichtert sein, wenn uns weniger Schmerz ereilt und nicht überlegen, dass man für all unsere Entbehrungen aber mit ein bisschen mehr Schmerz gerechnet hätte, den man hier verhindert hat. Ich hätte nicht gedacht, dass wir eine große heroische Leistung der Todesverhinderung brauchen und es uns nicht reicht, die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren. Ich dachte, wenn wir alle nicht wissen, was richtig ist, können wir uns darauf einigen, dass wir jetzt eine Sache tun und dann alles ordnen, bewerten, später – nach dem Sturm. Selbst wenn er weniger wegwehen sollte als wir glaubten. So dachte ich und jetzt denke ich: Ich hoffe, dass wir alle nachdenken, bevor wir unsere Worte wählen. Weil dies nicht die letzte Krise sein wird. Und wer trifft dann die nicht abgesicherten Entscheidungen?

Halt dich an deiner Freundschaft fest

Für die Emotion habe ich den Eröffnungsessay für das Dossier zu neuen Beziehungsformen schreiben dürfen. Da wusste ich natürlich sofort worum es gehen sollte: Freundschaften – keine wirklich neue Erfindung, aber eine, die viel mehr Aufmerksamkeit in unserer hektischen Zeit braucht.

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Ein Buch geht auf Reisen

Seit gestern ist es unterwegs! Als mir Buchbloggerin Julia von ihrer Idee schrieb, musste ich es zwei Mal lesen. Was wünscht man sich für das eigene Buch? Dass es andere erreicht, dass die Leserinnen das lesen, was man ausdrücken, was man weitergeben wollte.

Julia hat mein Buch „Freundinnen“ dazu inspiriert, es auf die Reise zu schicken – zusammen mit einem Notizbuch mit Platz für ganz viele Freundinnengeschichten. So soll es immer weitergeschickt werden und irgendwann zu ihr zurückkommen.

Ich hoffe, dass wir ganz viel darüber erfahren, wo das Buch überall seinen Weg findet und wen es erreicht. Wenn ihr auf Instagram seid, folgt @julemohawk und dem Hashtag #FreundinnenfürFreundinnen, wenn ihr mögt. Danke liebe Julia für die großartige Idee!

Hallo zweites Buch! Wie „Freundinnen: Die andere große Liebe – nur besser“ entstand

Es ist Zeit für einen Blogpost, mein neues Buch ist da. Es heißt „Freundinnen“ und es ist anders als das erste Buch. Zumindest hat es in seiner Entstehung ein paar Metamorphosen durchlaufen. Gestern sagte jemand, ich sollte vielleicht nicht so sehr betonen, dass es anders ist als das erste Buch. Man hofft schließlich, die gleichen Leserinnen wieder zu begeistern. Tatsächlich sage ich das wohl, weil ich wirklich glücklich bin, etwas geschrieben zu haben, was mir noch mehr entspricht als die „Problemzonen“. Schon dort hatte ich hier und da persönliche Anekdoten eingeflochten. Nun habe ich mir erlaubt, mich ganz auf meine Geschichten zu konzentrieren und Studien und Wissenswertes in kleine „Wissenskästen“ außerhalb dieser gepackt. Und das war wirklich schön, zum ersten Mal nur Geschichten zu erzählen.

Dieses Buch nahm in einer Zeit Gestalt an, in der in meinem Leben viel passierte. Weiterlesen