Alle Artikel mit dem Schlagwort: Humor

Gastbeitrag: Szenen einer Ehe oder Fightclub

Als dieser Gastbeitrag zu mir flatterte, ging es mir bei der Lektüre ungefähr so: lesen, stutzen, lesen, stutzen, lesen, ah, wie cool. Genau deshalb mochte ich ihn so gern. Er zwang mich nämlich, die Verwirrung auszuhalten. Und er appellierte an meine Liebe zu Ironie und Sarkasmus, die ja angeblich im Internet gar nicht funktioniert. Was natürlich überhaupt nicht stimmt. Also, ohne weitere Vorrede, viel Spaß beim Lesen.

Mein Mann und ich, wir schlagen uns. Das war natürlich meine Idee. (Ich find ja, die guten kommen meistens von mir). Ich bin auch diejenige, die die Regeln für unsere Schlägereien festgelegt hat. Freestyle geht natürlich nicht, weil, wenn er immer gewinnt, ist es ja blöd. Und leider sind die Männer uns Frauen körperlich überlegen. Immer noch. Obwohl das nur erfunden wurde, damit sie besser jagen können. Damals, als sie uns noch ernähren mussten. Weiterlesen

Gastbeitrag: Hypochondrie wird mein Leben retten

Winter ist Erkältungszeit. Da passt es gut, dass meine Gastautorin dem Kranksein seinen ganz eigenen Charme abgewinnt. Marie findet nämlich, ihre Hypochondrie wird ihr einmal das Leben retten. (Vorsicht: ironische Behandlung des Themas)

Ich hatte schon alles: Krebs in allen Stadien und Körperteilen, ein paar Herzinfarkte und die ganzen sehr seltenen Krankheitsbilder, die sich mir über meinen Freund das Internet nach kurzer Selbstdiagnose routinemäßig eröffnen. Trotzdem war und bin ich laut meiner Ärztin in ziemlich guter Gesundheit. Ausgenommen ist hier natürlich meine nicht ganz austherapierte, aber ganz und gar nicht operierbare Hypochondrie.  Weiterlesen

Raus aus der Neoliberalismus-Hölle

Die Erkenntnis lauert oft an ungewöhnlichen Orten. Bei mir hatte sie sich im Wirtschaftsteil versteckt. Nach der Lektüre war mir klar: bei uns zu Hause regiert der Neoliberalismus. Das ist das, was in den 80ern super war, dann böse (2000er) und schließlich wieder cool (Leonardo DiCaprio in der Wolf of Wall Street.) Oder anders: der Staat (also der Papa und ich) hat immer weniger zu sagen. Dafür wird der Wettbewerb gesichert und stetig vorangetrieben. Der ungebremste kalte Wettbewerb. Er hat sich aufs Perfideste in unsere heimelige Dunstglocke geschlichen: als Erziehungstipp.

Ich war an der Entwicklung also nicht ganz unschuldig.  Weiterlesen

Die Ruhmeshalle abgestorbener Körperteile

Nennt mich kaltherzig und unemotional. Wenn ich in Wohnungsfluren vorbei gehe an in Gips gegossenen schwangereren Bäuchen und Brüsten, die man zur Zierde an die Wand genagelt hat, schaudert es mich ein wenig. Aus der Raufasertapete ragende 3D-Babyfüße und Hände lösen bei mir kein seufzendes „Wie Süß!“ aus, sondern erinnern mich an Horrorfilmsequenzen, in denen sich Gestalten langsam aus der Wand materialisieren. Das geht selten gut aus.

Das Sammeln von Memorabilia als Beweis für die eigene Fortpflanzungsfähigkeit geht aber bereits viel früher los. Weiterlesen

Die Person, die den Nachtisch teilen will… – Warum Erwachsene beim Essen mindestens genauso nerven können wie Kinder.

Wenn man täglich mit Kind seine Nahrung zu sich nimmt, ist man manchmal ziemlich froh, dass keiner zuschaut. In der Öffentlichkeit habe ich auch viel zu oft das Gefühl, Dinge rechtfertigen  zu müssen. Leider ist man als Eltern nicht mehr so viel ohne Kind unterwegs, so dass einem ein wichtiges Detail fast gar nicht mehr auffällt: ungewöhnliches Benehmen beim Essen ist keine Kindereigenschaft. Diverse Weihnachtsfeiern & weitere jahreszeitbedingte Essenseinladungen haben es in den letzten Tagen ans Licht gebracht: um sich an öffentlichen Tischen komisch zu verhalten, muss man keine 5 Jahre alt sein. Als Erwachsener hat man aber das Privileg, dass es sich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung mehr um persönliche Spleens handelt als um schlechte Erziehung. Über die irgendwie hinweggesehen wird. Außer bei mir im Blog. Hier geht es jetzt nämlich zur Sache. Vorhang auf für die nervigsten Szenen beim Essen mit Erwachsenen. Weiterlesen