Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frau arbeitet

Christine Hohmann-Dennhardt oder das Feigenblatt

Den Karren richtig gegen die Wand zu fahren, um ihn dann nochmal gegen die Wand zu fahren, wer schafft denn sowas? Na, die Vier-Rad-Profis von Volkswagen, Audi und Co. Die schaffen das. Christine Hohmann-Dennhardt ist auf jeden Fall raus. Ob sie aus dem Wagen gestoßen wurde oder selbst ausgestiegen ist, sich vielleicht sogar, umnebelt von rußigem Dieselqualm, mühsam durch die zusammengeschobenen Blechteile des Wolfsburger Autowracks nach draußen kämpfte – man weiß es nicht. Die ehemalige Bundesverfassungsrichterin war schon die erste Frau im Vorstand von Daimler gewesen (und auch hier für das Aufräumen nach der Korruptionsaffäre zuständig). Bei Volkswagen sollte sie nun auch einmal feucht durchwischen. Und stieg im Januar vor einem Jahr ein, wiederum als einzige Frau im Vorstand. In Krisenzeiten nimmt man eben gern Frauen, vor allem für Compliance und Integrität oder auch mal für Personal. Es sind halt moderne Zeiten, in denen wir leben. 

Wir können uns beruhigen, es gibt doch eine Feministin im Weißen Haus

Bereits vor einigen Tagen machte ich eine Entdeckung im Bücherregal. Dort stand das 2009 erschienene Buch von Ivanka Trump. Ich hatte nicht mehr im Kopf, dass ich es besitze. Ivanka erzählt auf 230 Seiten ihre berufliche Erfolgsgeschichte. Das Buch stand ganz in der Nähe von #girlboss von Sophia Amoruso (die mit Anfang 20 aus einem eBay-Shop einen der erfolgreichsten Onlinemodeversandhändler machte) und Sheryl-Facebooks-erste-Frau-im-Staate-Sandbergs Manifest für erfolgreiche Frauen: Lean In.  Alle Bücher waren New York Times – Bestseller. Und wieso sollten sie dies auch nicht sein? Hier erzählt eine noch rare Spezies ihre Geschichte: wirtschaftlich erfolgreiche Frauen, die es ganz nach oben geschafft haben.

Kleinkarierte Ingenieure – Von der Agenturwelt in die Baubranche

Was erwartet man von einem Job: Selbstverwirklichung, Coolnessfaktor, ein super Gehalt? Bärbel vom Blog Farbenfreundin schreibt über ihren Jobwechsel von der hippen Agenturwelt in die Baubranche. Und berichtet von Klischees, die vielleicht nur Vorurteile sind. Damit ist sie meine wunderbare Gastautorin im September. Viel Spaß beim Lesen.   Einen ziemlichen Kulturschock erlebte ich, als ich vor Jahren aus der Metropole Berlin in die Landeshauptstadt von Hessen – nein, nicht Frankfurt sondern Wiesbaden – zog. Ähnlich extrem war der folgende Jobwechsel von der frauendominierten Agenturszene zur männerdominierten Baubranche. Agentur ist ja so cool, wenn man sich’s leisten kann!

52 Filme

Gestern las ich einen Beitrag, der mich auf 52 Filme brachte und da stand genau das, was ich auch meine. Es ging in etwa so: „Ich finde nicht, dass Männer keine Filme mehr machen sollen. Ich glaube nicht, dass Männer schlechte Filme machen. Aber ich weiß, dass sie die meisten Filme machen.“ 4 von 5 deutschen Filmen, um genau zu sein. Deshalb melde ich mich kurz aus meiner kleinen Sommerpause, um euch #52FilmsbyWomen ans Herz zu legen. Das ist, das stand auch in dem Text, die perfekte Kombi aus einer Herausforderung und Sofa-Aktivismus. Und für Sofa-Aktivismus bin ich immer zu haben. Women in Film, eine gemeinnützige Organisation, die sich für gleiche Chancen für Frauen in der Filmwirtschaft einsetzt, hat sie ins Leben gerufen.  Hier kann man sich verpflichten, ein Jahr lang, jede Woche einen Film zu sehen, der von einer Regisseurin gemacht wurde. Eine Liste gibt es hier.

Vorgefertigte Muster brechen ist klasse. – Miss Booleana ist Softwareentwicklerin

Marissa Mayer, erste weibliche Informatikerin bei Google und heutige Vorstandsvorsitzende von Yahoo, erzählt in einem Interview eine Anekdote. In ihrem Kurs an der Standford University war sie die einzige Frau und las in der Unizeitung über „Campustypen“. Der Artikel sprach von der „blonden Frau im Informatikmaster“ und die blonde Mayer überlegte: „Mhm, die müsste ich doch kennen.“ Sie selbst war gemeint. Mayer erzählt die Geschichte, um zu illustrieren, dass sie ihre Sonderstellung nie groß reflektiert hat. Auch Stefanie, die auch auf Miss Booleana bloggt, war in ihrem Jahrgang die einzige Frau in „Angewandte Informatik“. Im Gegensatz zu Marissa Mayer hat mir die heutige Softwareentwicklerin aber ein tolles und sehr reflektiertes Interview über eine Sonderposition gegeben, die eigentlich keine sein sollte.