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Diäten und Co.

Ich verrate euch etwas. Als ich im letzten Jahr den Grimme Online Award gewann, konnte ich vor Freude nicht schlafen in der Nacht, die folgte. Ich war unglaublich glücklich und stolz. Am nächsten Tag sah ich ein Bild von mir und Caroline Peters, die mir den Preis überreicht hatte, bei Spiegel Online. Ich schaute auf das Bild und dachte kurz: „Mensch, hast du dicke Oberarme. Und was hast du dir bei der weißen Hose gedacht? Die Caroline Peters hat das richtig gemacht mit dem schwarzen, langärmeligen Overall. Die kennt sich aus, die ist vom Fernsehen. Hättest du mal dran denken können, dass man auf Fotos immer dicker aussieht. Da kriegst du diesen Wahnsinnspreis und dann ausgerechnet in diesem Jahr, kurz nach dem zweiten Kind, wo noch alle Kilos drauf sind.“

Das war alles leichter mit 23

Vor einiger Zeit las ich einen Text von einer Autorin, die eigentlich nur ein neues Parfum kaufen wollte. Man empfahl ihr im Laden ungefragt auch ein Anti-Aging-Produkt. Die Autorin war 23. Sie fand es völlig zu recht absurd, dass sie – quasi gerade erst der Clearasilwerbung entwachsen – als nächstes geradewegs die Falten-Vermeidungs-Ware kaufen sollte. „So’n Quatsch“, schrieb sie, „braucht kein Mensch“. Älter werden ist schließlich kein Problem, sondern völlig normal. Und aufgeklärte, selbstbewusste Frauen lassen sich schon gar nicht unsicher machen und für dumm verkaufen. Damit war die Sache für die Autorin erledigt. Solche Texte sind gut und richtig und wichtig. Ich habe selbst ein paar davon geschrieben. Aber es war leichter, sie mit 23 zu schreiben. 

Lieber Weichspülerhersteller

Es ist schon ein bisschen gemein, oder? Da will man einmal modern sein und dann sowas. Da fotografiert ihr total fortschrittlich einen Mann mit Bettlaken wegen Gleichberechtigung und so – und dann so etwas. Macht noch einen schönen Spot dazu, wo er das Bett bezieht und das Ergebnis freudig der Frau präsentiert, als hätte er das Krebsmittel erfunden. Trotzdem, nur Hohn und Spott.

Michael Knight macht etwas falsch

Michael Knight macht etwas falsch. Und damit meine ich nicht seine Haare oder die weißen Jeans. Michael, wer? Nun, Michael Knight rettete einst als fahrender Ritter mit seinem sprechenden Auto regelmäßig die Welt vor den Bösen. Daran ist selbstverständlich noch nichts falsch, es ist sogar außerordentlich begrüßenswert. Und Michael ist eigentlich ein dufter Typ, für einen 80er-Jahre-Actionserien-Charakter sowieso. „Great guy, great hair, great morals.“ würde Donald Trump vermutlich sagen und ihn sofort in den Kreis seiner imaginären Freunde aufnehmen. Und trotzdem beschlich mich der Gedanke, dass Michael Folge um Folge immer wieder den gleichen blöden Fehler beging. Dazu muss ich kurz ausholen.

Warum mich die Fruchtbarkeitsperformance von Beyoncé nervt

Beyoncé hat wieder zugeschlagen. Mit spektakulären Bildern gab sie die zweite Schwangerschaft bekannt. Ihre erste Tochter Blue Ivy ist fast fünf und jetzt kommen die Zwillinge. Die dazugehörigen Fotos, irgendetwas zwischen Kunst und Kitsch, lösten vom Schmunzeln und kleinen Lästereien bis hin zu uneingeschränkten Begeisterungsstürmen so ziemlich alles aus. Inmitten von Blumen findet man den Megastar, mit einem Schleier bedeckt oder im Wasser schwebend. Über allem liegt ein hübscher Filter und selbst das rote Auto, auf dem Beyoncé den Babybauch streichelnd verweilt, wirkt nicht deplatziert inmitten dieser natürlichen Künstlichkeit. Narzisstisch kann man das nennen, aber Bescheidenheit war noch nie eine von Beyoncés Charaktereigenschaften. Und ehrlich: Wieso sollte sie dies auch sein? Angesichts ihrer Erfolge.