Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frauenzeitschriften

Sex in Winterwonderland

Die US-Comsopolitan hat eine interessante Geschichte. In den 60er Jahren hatten sich junge Frauen neue Freiräume erkämpft. Sie hatten Jobs, gaben ihr eigenes Geld aus und hatten vorehelichen Sex. Gut, der wurde nicht erst in den 60ern erfunden, aber in Zusammenhang mit wirtschaftlich unabhängigen jungen Frauen war es schon etwas Neues. Immer noch so neu, dass man in der Öffentlichkeit nicht wirklich darüber sprach. 1962 veröffentlichte die Autorin Helen Hurley Brown (Fun Fact: gerade jungverheiratet) das Buch zum Single-Girls-Having-Fun-Phänomen. Es hieß Sex and the Single Girl, wurde ein Bestseller und Helen mit Leserinnenbriefen überschüttet. Zur gleichen Zeit suchte man bei Hearst Verlag eine neue Chefredakteurin für eine Publikation, die man eigentlich schon einstellen wollte.

Frier‘ doch, Bitch!

So Kinders, jetzt ist’s vorbei mit Liebe und Weltgeschehen hier auf dem Blog. Wir kommen wieder zu den wirklich wichtigen Themen. Wie Einkaufen. Ich mag Mode und bin durchaus bereit, Opfer zu bringen. Die ganzen 90er hindurch trug ich Karohemden und viel zu lange Skinny Jeans, obwohl ich nur 1,60m bin. Ich habe mich an Winterstiefel mit papierdünnen Sohlen gewöhnt, die ich nie oben zu bekomme. Und an dickgestrickte Pullover mit kurzem Arm. Mich kann wenig schocken, dachte ich. Also machte ich mich nach Lektüre einer Zeitschrift (Hier liegt der Anfangsfehler, ich weiß.) am Montag auf, um nach einer neuen Winterjacke Ausschau zu halten. Ich hatte die Umstandsjacke vom letzten Jahr noch im Schrank (unter der ich jetzt problemlos beide Kinder verstecken konnte), aber Mütter wollen ja ab und zu auch etwas Schönes für sich haben. Die Rubrik Style Watch: 5 Teile, die du unbedingt brauchst, weil alle anderen sie schon tragen hatte mir außerdem versprochen, dass es dort draußen einen Mantel gäbe, der sich anfühlte wie eine Umarmung. Es sollte die kalte Hand des Todes werden.

Was sagt denn eigentlich ihr Mann dazu?

Schon die ersten Frauenzeitschriften Ende des 19. Jahrhunderts erklärten der Mittelklassefrau zuverlässig, wie sie zu leben hat. Und ordentlich in den neu entstehenden Warenhäusern einkaufen sollte sie auch. Trotzdem hatten sie ein Problem. Kaufen sollten die Leserinnen, aber besitzen durften sie nichts. Das Geld gehörte dem Mann. Also musste man ihn irgendwie auch überzeugen.  Diese Zeiten sind natürlich lange vorbei. Schon seit Ewigkeiten (1962) dürfen Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemannes ein Bankkonto eröffnen. Seit 1969 gelten sie gar als geschäftsfähig. Nur 15 Jahre später freute sich Evelyn Hamann im legendären Loriotsketch über ihr Jodeldiplom auf das Gefühl „auf eigenen Füßen zu stehen“. Während ihr Gatte sich an der „echten Partnerin, die ihre eigenen geistigen Fähigkeiten entwickelt – für die Familie, für die Gesellschaft“ ergötzte. Und heute? Da stehen wir Frauen wirklich nur noch ganz kurz vor der Weltherrschaft, lese ich überall.

Dürfen die das? – Das ZEIT Magazin für den Mann

Ich habe jetzt doch zugegriffen beim neuen ZEIT Magazin Mann. Chefredakteur Christoph Amend hatte mich zu neugierig gemacht, als er im Deutschlandradio verkündete, er hätte den Verdacht, dass sein Magazin nicht nur von Männern gelesen wird. Sondern auch von Frauen, die sich für Männer interessieren. Zeitgleich wurde das Heft in den Feuilletons – nun, sagen wir mal – von spöttisch bis ironisch besprochen. Auf Twitter machte man sich mit #pimmelzeit lustig. Es wabberte eine Aura aus leicht genervtem Augenverdrehen um das Heft. Muss das sein, noch mehr Stereotype auf Hochglanzzeiten? Oder: Brauchen denn Männer jetzt auch noch eine eigene Zeitschrift? Im besten Fall eine Fashionbibel für Hipster und Vollbartträger, im schlimmsten ein trauriger Auswuchs der „Und was ist mit den Männern?“ – Rufer. Ich war vielleicht ein wenig voreingenommen.

Die SHAPE-Frau macht Urlaub

Kommt mit, heute besuchen wir wieder eines dieser Fabelwesen vom Zeitschriftenkiosk. Ihr müsst nicht leise sein, die SHAPE-Frau ist nicht scheu. Eher so Boom!!! Hier bin ich. Und effizient ist sie. Wie bereits der Blick auf das Cover der Fitnesszeitschrift offenbart. Denn keine ihrer maßgeblichen Lebensaktivitäten dauert länger als 5 Minuten. Und sie liebt Ausrufezeichen. Mit 5 Minuten seid ihr beim Fasirgendwas – Workout dabei (Da wabbelt nichts mehr!). Mit ganz winzigen Tricks – mikroskopisch sozusagen – kriegt man endlich den flachen Bauch (Ganz nebenbei!). Die Instagram-würdige Taille gibt es in nur einer Minute. Dafür müsst ihr nur euren Kleiderschrank je nach Körperform komplett neu bestücken. Ihr wisst schon Birne, Apfel oder Kiwi, falls ihr euch schon eine Weile nicht die Beine rasiert habt.