Alle Artikel mit dem Schlagwort: Das echte Leben

Altpapier-Poesie

Allerspätestens mit den ersten Sonnenstrahlen war klar, dass der Kartonfriedhof auf dem Balkon verschwinden musste. Wir haben einen ziemlich ansehnlichen Balkon ordentlicher Größe, aber das Papier hatte ihn fast verschwinden lassen. Alles begann mit den vor Weihnachten eintreffenden Paketen diverser Versandhändler. Es war draußen so kalt und so ungemütlich und irgendwie schlief das Baby immer oder hatte schlechte Laune oder ich hatte gar keine Lust, es in 25 Schichten Jacken zu hüllen, um das bisschen Papier loszuwerden.

Gastbeitrag: Typen beim Onlinedating

Als ich die Rubrik Gastbeiträge eröffnete, wünschte ich mir etwas über das Singleleben. Danke an Maike, die mir diesen Wunsch erfüllt hat. Neben der Tatsache, dass sie ziemlich witzig ist, macht Maike außerdem sympathisch, dass sie ihren Text fast ein wenig schnöde „Typen beim Onlinedating“  nannte. Und damit der Versuchung widerstand, aus ihm einen dieser Listenartikel zu machen. Ihr wisst schon: „Die 6 Typen, die du kennen musst, bevor du zur Liebessuche online gehst. Nimm dich besonders vor Nummer 2 in Acht.“   Hier kommt ihr Gastbeitrag:

Ich bin keine gute Freundin – ein Gastbeitrag

Frauenfreundschaften umgeben viele Mythen. Romane und Speicherplatz bei Netflix sind belegt mit Erzählungen von großen Lieben von Unterstützung zwischen Frauen. (Mein persönlicher Favorit ist „Grüne Tomaten“.) Nicht selten wird uns aber auch suggeriert, eine Frauenfreundschaft sei immer nur die Vorstufe zum unvermeidlichen Zickenkrieg. Meine Gastautorin Heike hat einen nachdenklichen Text zum Thema geschrieben. Ich neige dazu, Menschen aus den kleinsten Gründen aus meinem Leben zu entfernen. Manchmal auch komplett ohne Grund. Sie nerven mich schnell, diese Menschen. Mit ihren nicht immer interessanten Geschichten und kleinen Macken. Ich bin schnell gelangweilt und wünsche mir mich allein zurück.

L(i)eben zu dritt

Als ich die Rubrik Gastbeiträge begann, wünschte ich mir viele verschiedene Geschichten und Perspektiven. Diesen Monat schreibt meine fabelhafte Gastautorin darüber, wie es ist mehr als nur einen Menschen zu lieben. Anonym, weil sie nicht sicher sein kann wie ihr Umfeld, insbesondere ihr berufliches, reagieren würde. Ich danke ihr für diesen offenen Text und dafür, dass sie sich das makellosmag als Ort ausgesucht hat. Und wünsche mir, dass wir alle irgendwann keine Angst mehr haben müssen zuzugeben, dass wir lieben – egal wen, egal in welcher Form.  Ich lebe mit zwei Männern zusammen, meinen Männern. Nennen wir sie Michael und Paul. Mit Michael bin ich schon seit einigen Jahren verheiratet, auch ganz offiziell, standesamtlich. Mit Paul erst seit etwa einem Jahr, in einer privaten Zeremonie mit Freunden, in der wir uns zu dritt noch einmal das Ja-Wort gegeben haben. Nicht offiziell, ohne Standesamt. Wir sind eine glückliche kleine, wenn auch ungewöhnliche, Familie.

Was sagt denn eigentlich ihr Mann dazu?

Schon die ersten Frauenzeitschriften Ende des 19. Jahrhunderts erklärten der Mittelklassefrau zuverlässig, wie sie zu leben hat. Und ordentlich in den neu entstehenden Warenhäusern einkaufen sollte sie auch. Trotzdem hatten sie ein Problem. Kaufen sollten die Leserinnen, aber besitzen durften sie nichts. Das Geld gehörte dem Mann. Also musste man ihn irgendwie auch überzeugen.  Diese Zeiten sind natürlich lange vorbei. Schon seit Ewigkeiten (1962) dürfen Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemannes ein Bankkonto eröffnen. Seit 1969 gelten sie gar als geschäftsfähig. Nur 15 Jahre später freute sich Evelyn Hamann im legendären Loriotsketch über ihr Jodeldiplom auf das Gefühl „auf eigenen Füßen zu stehen“. Während ihr Gatte sich an der „echten Partnerin, die ihre eigenen geistigen Fähigkeiten entwickelt – für die Familie, für die Gesellschaft“ ergötzte. Und heute? Da stehen wir Frauen wirklich nur noch ganz kurz vor der Weltherrschaft, lese ich überall.