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Kurzstrecke: Ich habe den neuen Baywatch gesehen

Die Wege des Herrn sind unergründlich und manchmal führen sie mich in die Neuverfilmung von Baywatch. Mein ursprünglicher Plan war, das schön totzuschweigen und mich vielleicht ein bisschen zu schämen. Und schwupps sitze ich hier und tippe. Der Film war, wie zu erwarten, ein bisschen platt mit viel Humor, der auch bei 5jährigen super einschlagen würde (also viel mit Körperfunktionen), wenn da nicht die ganzen Anspielungen wären, die dazu führten, dass er in den USA ein R+ Rating bekam. (Ich glaube, das ist dann ab 17 freigegeben). Aber hey, für sowas bin ich eigentlich auch mal gern zu haben.

Michael Knight macht etwas falsch

Michael Knight macht etwas falsch. Und damit meine ich nicht seine Haare oder die weißen Jeans. Michael, wer? Nun, Michael Knight rettete einst als fahrender Ritter mit seinem sprechenden Auto regelmäßig die Welt vor den Bösen. Daran ist selbstverständlich noch nichts falsch, es ist sogar außerordentlich begrüßenswert. Und Michael ist eigentlich ein dufter Typ, für einen 80er-Jahre-Actionserien-Charakter sowieso. „Great guy, great hair, great morals.“ würde Donald Trump vermutlich sagen und ihn sofort in den Kreis seiner imaginären Freunde aufnehmen. Und trotzdem beschlich mich der Gedanke, dass Michael Folge um Folge immer wieder den gleichen blöden Fehler beging. Dazu muss ich kurz ausholen.

Gastbeitrag: Fleabag ist die beste Serie, die 2016 niemand gesehen hat

Serien sind super. Ganz am Anfang liebte ich Clarissa, dann schaute ich selbstverständlich Beverly Hills und Melrose Place, es folgten Sex and the City, Roswell, The O.C. oder Gilmore Girls. Zuletzt habe ich Good Girls Revolt in einem Rutsch durchgeschaut und bin immer noch sauer, dass keine zweite Staffel in Auftrag gegeben wurde. Und jetzt, wie weiter? Meine fabelhafte Gastautorin weiß Rat. Sie hat eine Serie für uns entdeckt, die bisher völlig zu Unrecht unter dem Radar lag. Und das ist ihr Text dazu.  Ich liebe Furzwitze. Fäkalhumor ist etwas, was mich mehr zum Lachen bringt, als es ein „kluger“ Witz jemals könnte. Es passiert durchaus, dass ich bei Filmen, wie etwa Deadpool oder Bridesmaids Tränen lachen muss. Viele Menschen scheinen schockiert, wenn sie meine Begeisterung für „unreifen Humor“ entdecken. Ich dachte, das läge daran, dass ich recht ruhig wirken kann, wenn ich neue Menschen kennenlerne. Oder daran, dass ich generell wohl sehr brav wirke. Das ist sicher mit ein Grund, aber ich glaube, es liegt auch daran, dass ich eine Frau bin.

Bibi und Tina und „Nein heißt Nein“

Vor ein paar Tagen kam der dritte Teil der „Bibi und Tina“ – Reihe mit „echten Menschen“, wie es bei uns liebevoll in Abgrenzung zur Hörspielreihe heißt, in die Videotheken. (Moment gibt’s sowas überhaupt noch?) Na, auf jeden Fall kann man sich den Film jetzt auch zu Hause anschauen. Prompt lese ich wieder ein paar Kritiken, die mich schon geärgert haben, als der Film noch im Kino war. Auf Twitter schreibt jemand „Was haben sie nur für eine sexistische Scheiße aus Bibi und Tina gemacht?“. Ein paar Mal wird sich über die viel kürzeren Hotpants der Mädchen beschwert, die ich auch beim zweiten Schauen nicht entdecken konnte. (Sind die im Trailer?) Schon eine Kritik zum ersten Teil der Reihe vor zwei Jahren sprach von einer „pornös angehauchten Männer-Mädchen-Reitfilm-Fantasie“, zu engen Reithosen und Bibi und Tina, die nur mit dem muskelbepackten, oberkörperfreien Stallburschen flirten. Der ist übrigens Holger, Tinas Bruder und ich konnte damals keine Flirterei erkennen.

52 Filme

Gestern las ich einen Beitrag, der mich auf 52 Filme brachte und da stand genau das, was ich auch meine. Es ging in etwa so: „Ich finde nicht, dass Männer keine Filme mehr machen sollen. Ich glaube nicht, dass Männer schlechte Filme machen. Aber ich weiß, dass sie die meisten Filme machen.“ 4 von 5 deutschen Filmen, um genau zu sein. Deshalb melde ich mich kurz aus meiner kleinen Sommerpause, um euch #52FilmsbyWomen ans Herz zu legen. Das ist, das stand auch in dem Text, die perfekte Kombi aus einer Herausforderung und Sofa-Aktivismus. Und für Sofa-Aktivismus bin ich immer zu haben. Women in Film, eine gemeinnützige Organisation, die sich für gleiche Chancen für Frauen in der Filmwirtschaft einsetzt, hat sie ins Leben gerufen.  Hier kann man sich verpflichten, ein Jahr lang, jede Woche einen Film zu sehen, der von einer Regisseurin gemacht wurde. Eine Liste gibt es hier.