Alle Artikel mit dem Schlagwort: Filme

Bad Moms oder Das ist Deutschland

Heute startet der Film Bad Moms in den deutschen Kinos. Ich werde ihn mir nicht ansehen. Als der Trailer vor ein paar Monaten herauskam, hatte ich bereits das Gefühl, dass er nicht ganz mein Humor sein würde. Abgesehen davon handelt es sich um einen Film über Mütter, der bis auf die Hauptdarstellerinnen von einem rein männlichen Team realisiert wurde (Regisseur, Drehbuch….). Letzteres stammt von den Krachertypen, die schon das Hoho-Buddy-Movie Hangover geschrieben haben und sicher die skurrilen und komischen Seiten und Brüche der Mutterschaft super umsetzen konnten. Aber es geht mir nicht darum, den Film zu zerreißen, ohne ihn gesehen zu haben.

Bibi und Tina und „Nein heißt Nein“

Vor ein paar Tagen kam der dritte Teil der „Bibi und Tina“ – Reihe mit „echten Menschen“, wie es bei uns liebevoll in Abgrenzung zur Hörspielreihe heißt, in die Videotheken. (Moment gibt’s sowas überhaupt noch?) Na, auf jeden Fall kann man sich den Film jetzt auch zu Hause anschauen. Prompt lese ich wieder ein paar Kritiken, die mich schon geärgert haben, als der Film noch im Kino war. Auf Twitter schreibt jemand „Was haben sie nur für eine sexistische Scheiße aus Bibi und Tina gemacht?“. Ein paar Mal wird sich über die viel kürzeren Hotpants der Mädchen beschwert, die ich auch beim zweiten Schauen nicht entdecken konnte. (Sind die im Trailer?) Schon eine Kritik zum ersten Teil der Reihe vor zwei Jahren sprach von einer „pornös angehauchten Männer-Mädchen-Reitfilm-Fantasie“, zu engen Reithosen und Bibi und Tina, die nur mit dem muskelbepackten, oberkörperfreien Stallburschen flirten. Der ist übrigens Holger, Tinas Bruder und ich konnte damals keine Flirterei erkennen.

52 Filme

Gestern las ich einen Beitrag, der mich auf 52 Filme brachte und da stand genau das, was ich auch meine. Es ging in etwa so: „Ich finde nicht, dass Männer keine Filme mehr machen sollen. Ich glaube nicht, dass Männer schlechte Filme machen. Aber ich weiß, dass sie die meisten Filme machen.“ 4 von 5 deutschen Filmen, um genau zu sein. Deshalb melde ich mich kurz aus meiner kleinen Sommerpause, um euch #52FilmsbyWomen ans Herz zu legen. Das ist, das stand auch in dem Text, die perfekte Kombi aus einer Herausforderung und Sofa-Aktivismus. Und für Sofa-Aktivismus bin ich immer zu haben. Women in Film, eine gemeinnützige Organisation, die sich für gleiche Chancen für Frauen in der Filmwirtschaft einsetzt, hat sie ins Leben gerufen.  Hier kann man sich verpflichten, ein Jahr lang, jede Woche einen Film zu sehen, der von einer Regisseurin gemacht wurde. Eine Liste gibt es hier.

So viel Leid in so viel natürlichem Licht – Die Kritik zu The Revenant – Der Rückkehrer

Dies ist der erste Beitrag in meiner neuen Rubrik Die Kritik. Er könnt daran mitschreiben, wenn ihr mögt. Zum DVD-Start von The Revenant habe ich nun auch den Film gesehen, der Leonardo endlich den Oscar beschert hat. Eines vorneweg: Seit ich ihn zum ersten Mal durch ein Aquarium erblickte – damals hieß er noch Leo und die Haare fielen ihm pittoresk ins Gesicht – kann Leonardo DiCaprio bei mir eigentlich nicht viel falsch machen. Ich finde, er ist ein großartiger Schauspieler. Mein Fazit lautet trotzdem: The Revenant ist lang. Sehr lang. Es gibt viel Leid. Unglaublich viel Leid. In sehr viel natürlichem Licht. Das ist nicht so spannend, wie es sich anhört. Er ist ein Schmerzenswesen dieser Mann. Und Hugh Glass ganz besonders. Leonardo DiCaprio spielt den Pelzhändler in der Wildnis dieses irgendwie-schon-eine-Weile-besiedelten-aber-noch-nichts-mit-Zivilisation-Amerikas, in der Wunden faulen und Männer sich unentwegt am Kopf kratzen. Damals, als die Natur noch rau und die Menschen von den Urkämpfen des Daseins umgetrieben wurden: Wo kriege ich etwas zu Essen? Es muss auch nicht gebraten sein.,

Hinter dem Bechdel-Test – Noch ein Grund, warum Serien die besseren Filme sind

In Alison Bechdels Comic The Rule von 1985 wollen zwei Frauen ins Kino und überlegen, welchen Film sie schauen wollen. Eine hat eine besondere Regel, wenn es um die Filme geht, die sie sich ansieht: 1.) Sie müssen mindestens zwei weibliche Charaktere enthalten. 2.) Diese müssen miteinander reden. 3.) Und zwar über etwas anderes als Männer. Diese Prinzipien klingen wie das Mindeste, was man erwartet in einer Welt, in der 50% der Konsumentinnen weiblich sind. Die ihre Realität, die nur zu einem erstaunlich geringen Prozentsatz aus ausschließlichen Gesprächen über Männer besteht, vielleicht auch in Filmen wiederfinden wollen. Um den Test zu bestehen, können sich Frauen auf der großen Leinwand schließlich über alles unterhalten. Keine detaillierte Diskussion der Quantenphysik oder philosophische Auseinandersetzung mit Nietzsches Gesamtwerk, fünf Sekunden über Zahnpasta reichen und -zack  – Test bestanden. Im Comic finden die Frauen trotzdem keinen Film und beschließen nach Hause zu gehen, um Popcorn zu essen.