Leben & Lesen
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#6 Wie zu viel Platz mein Glück verhindert [NaBloPoMo]

Manchmal, wenn ich nicht schlafen kann, treibe ich mich auf youtube herum. Eine Weile war ich sehr fasziniert von den ganzen tiny apartments & tiny houses – Videos. Da wohnen Menschen, gerne in New York, Paris oder London (also zwangsweise), in Mini-mini-Wohnungen & zeigen, wie sie trotzdem alles hin- (& hinein)bekommen. Oder bauen sich bewusst mobile, winzige Häuser.

Meistens kann man irgendwelche Wände verschieben, magische Betten kommen aus der Decke & durch ein paar Handgriffe wird die Toilette zum Barbecue-Grill. Das ist schon ziemlich faszinierend. So faszinierend, dass ich gerade meine 20 Minuten Schreibzeit mit Videos vergeudet habe.

Ich glaube, mich fasziniert das Ganze so sehr, weil ich gern weniger Zeug hätte. Und ordentlicher wäre. Aufräumen ist bei mir immer nur irgendwie wegräumen.

Auch wenn ich geschrieben habe, dass mich die ganze Ordnungs- & Vereinfachungsliteratur in Ruhe lassen soll, komme ich immer wieder darauf zurück.

Gerade in letzter Zeit denke ich eine Menge darüber nach, wovon ich mich trennen könnte & wie man alles effektiver & mit weniger Sachen gestalten kann. Mag vielleicht auch am Pre-Baby-Umräumwahn liegen.

(Innerlich zitiere ich dann gern eine Szene aus einer Friends-Folge, in der Ross in Panik ausbricht, weil die Wohnung zu klein ist. Und Rachel erwidert: „Es ist ein Baby, Ross. Es ist so groß. Wir können es hier hinlegen…oder hier…oder hier.“ Rational weiß ich also Bescheid, aber das Fleisch ist schwach.)

Außerdem gibt es ein paar Sachen, die meinen Aufräum- & Vereinfachungsimpulsen entgegenstehen:

  • fehlende hauswirtschaftliche Grundkenntnisse – Mann, mann, ich hätte echt gern so eine Küche, wo ich immer weiß, was im Vorratsschrank ist, die Dinge benutze & nicht erst 3 Jahre nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums wieder finde.
  • Keller-Besitz – „Das stellen wir einfach in den Keller.“ ist kein geflügeltes Wort, sondern gängige Praxis. Mittlerweile weiß ich nicht mehr, was im Keller steht. Er ist als akute Gefahrenzone nicht betretbar. Was mich nicht stören würde (Typ: Aus den Augen, aus dem Sinn.), wenn nicht die Minderkapazitäten des Kellers dazu führen, dass sich alles in der Wohnung stapelt, was man irgendwann mal in den Keller stellen will. Wenn der aufgeräumt ist. Also 2057. Oder vor dem nächsten Umzug. In eine Wohnung mit größerem Keller.
  • Bücher – Seien wir mal ehrlich, Bücher kann man nicht wegschmeißen. Womit würde man sonst auch sein schlechtes Gewissen füttern, als mit den Regalmetern voll Ungelesenem?
  • zu viele Schränke – Mit Türen…und immer noch ein bisschen ungenutztem Platz drin…die man durch schwungvolles Zuwerfen einfach schließen kann. Um zu vergessen, was drin war.
  • Logik – Wann immer ich aufgeräumt habe, passte nachher weniger rein als vorher. Ehrlich. Zusammengeknautschte Wäschestücke sind einfach effektiver zu verstauen.
  • Ich – Immer, wenn ich anfangen will, braucht mich die Welt. Dringend. Wie Superman. Zum Apfelsaft eingießen zum Beispiel. Außerdem muss man ja erstmal sortieren bevor man entscheiden kann was weg kann & was nicht. Und dann ist die Zeit schon um.

Die Lösung des Problems kann demnach nur Zwang sein. Ich muss nach New York ziehen & mich auf 15 qm neu einrichten. Aber vorher räume ich hier noch kurz auf.

Dies ist ein Post im Rahmen der NaBloPoMo – Reihe. Die Idee ist, im Juli an jedem Tag zu bloggen. Wer mehr erfahren möchte, liest hier weiter. Noch mehr Blogs, die auch mitmachen, findet ihr rechts oben in der Sidebar. Alle meine Beiträge findet ihr hier

Foto: flickr – Ally Aubry -CC by 2.0

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4 Kommentare

  1. Julia sagt

    Mich braucht das Universum auch immer, wenn ich anfangen will. Da müssen wir uns mal absprechen, das Universum kann ja nicht zwei auf einmal brauchen.

  2. Hmm, irgendwie lustig, ein ähnliches Thema hatte ich auch im Kopf, allerdings, weil ich einen Schritt weiter bin, ich habe kaum noch Besitz…ja, außer Bücher 😉

  3. Hahaha, sehr cooler Beitrag!
    Ich fühle mich auch zunehmend erdrückt durch den ganzen Kram in meiner Wohnung. Es steht allerdings nächstes Jahr ein Umzug an – ich habe große Erwartungen an den Ausmist-Druck dadurch und freue mich schon, vieles nach und nach wegzuwerfen. Hoffentlich klappt das alles so gut wie ch mir das vorstelle.
    Für unseren Keller ist übrigens mein Freund zuständig – und den durfte ich schon seit einem Jahr nicht mehr betreten, aus Vorahnung über meine Reaktion auf das Chaos 😀

  4. Pingback: #15 Über Pünktlichkeit – ein Seufzer [NaBloPoMo] | makellosmag

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