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Die einzige akzeptable Valentinstagsunterwäsche

Ladies, ladies, ladies, ich bin sicher nicht die Erste, die euch daran erinnert. Aber die wichtigen Dinge kann man einfach nicht oft genug sagen. Am Valentinstag müssen wir uns ein bisschen ins Zeug legen. Womöglich bekommen wir Blumen oder Pralinen. Oder gar Schmuck. Da sollte es kein gedankenloses, plumpes Gegengeschenk sein.

Am Besten verpacken wir uns selbst.

Im Vorfeld des großen Tages leistet die Frauenzeitschrift-Konsumindustrie ganze Arbeit. Passende Unterwäsche lautet die Antwort. Ganz schön viel Aufwand für etwas, dass irgendwann mal eher einen hygienischen als ästhetischen Nutzen hatte. Aber das ist lang her.

Heute ist es quasi selbstverständlich, sich im Vorfeld des Tages (und irgendwie auch aller anderen Tage) ein bisschen mehr Gedanken darüber zu machen, wie man sich untenrum am Besten präsentiert. Wofür ist die ganze Presse denn anderes da, als sicherzustellen, dass wir noch ein bisschen kritischer gegenüber dem Verbesserungspotenzial unserer Vagina werden?

Wahrheit I: Nicht nur Haare sollten so weit wie möglich (abhängig vom persönlichen Schmerzempfinden & Zeitbudget) von ihr ferngehalten werden. Am Besten dekoriert man das Ganze zusätzlich mit Spitze & Glitzer. Neuer Spitze & Glitzer. Denn auch Unterwäsche unterliegt dem Modediktat der saisonalen Vielfältigkeit. (Was gibt es Schlimmeres als im G-String der letzten Saison erwischt zu werden?) Ein bisschen ist Unterwäsche wie Schuhe. Um in einem Bild für die Zielgruppe zu bleiben: Frauen können nie genug davon haben.

Wahrheit II: Die moderne Unterwäscheevolution geht dahin, dass sich die Stoffmenge nicht proportional zum Preis verhält. Will meinen, die teuren, angesagten Teile sind meist Marke Angelsehne. Lassen wir dazu mal – off topic- Caitlin Moran zu Wort kommen:

Es gehört zu den grundlegendsten Frauenrechten überhaupt, im Unterwäschebereich stets mit Stoffflächen versorgt zu werden, die so großzügig bemessen sind, dass ein Schlüpfer seesternartig auf der Haut andocken kann, anstatt von der Anziehungskraft ins Körperinnere gezogen zu werden. (How to be a woman. Wie ich lernte, eine Frau zu sein.)

Wahrheit III: Klar kann man sich in Spitzenunterwäsche sexy fühlen. Trotzdem sieht sie an einem selbst NIE aus wie bei einem Victoria Secret Engel. Dazwischen liegt nicht nur Photoshop sondern ein ganz anders gelagerter 8-Stunden-Job.

Meistens teilen deshalb auch in der richtigen Größe gekaufte Exemplare ehemals zusammenhängende Körperpartien in Doppelwürste. Wer vorher seine Problemzonen bei Blick in den Spiegel nicht fand, bekommt sie so verlässlich präsentiert.

Das soll nicht heißen, dass ich es komplett an Enthusiasmus für schöne Unterwäsche fehlen lasse. Ich halte sie auch nicht für ein Unterdrückungsinstrument des Patriarchats. Denn, mal ehrlich, hätte sich das Patriarchat nicht etwas ausgedacht, dass Männer leichter öffnen können?

Aber zurück zum Thema: Es ist Valentinstag. Vermutlich pulen sich einige Leserinnen gerade die Angelsehne aus diversen Körperregionen, während sie dies lesen. Dabei ist die Lösung sehr einfach: 1. Nicht zu viele Gedanken machen. 2. Dieses Jahr einfach mal nackt probieren. Denn die richtige Valentinstagsunterwäsche hat tatsächlich wenig Stoff. Genau genommen gar keinen. Damit schlagen wir nicht nur der Lingerieverschwörung ein Schnippchen. Nein, sollte zusätzlich doch die ein oder andere noch im Kopf haben, Abgesandte des gegnerischen äh, männlichen Geschlechts zu beeindrucken… Bei denen kommt gar-nichts-anhaben auch gut an.

Bild: flickr – SenseiAlan CC by 2.0

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5 Kommentare

  1. Danke für den Vorschlag. Nur schade, dass der Valentinstag im Februar liegt, „unten ohne“ fühlt sich bei Sonnenschein im Sommerkleid noch viel besser an 🙂

  2. Wobei das jetzt wahrscheinlich ein Tipp wäre, den Frauenzeitschriften auch wieder super fänden: „Überraschen Sie ihn mit nichts drunter im August.“

  3. „Trotzdem sieht sie an einem selbst NIE aus wie bei einem Victoria Secret Engel. Dazwischen liegt nicht nur Photoshop sondern ein ganz anders gelagerter 8-Stunden-Job.“

    <3

  4. …nachdem ich deine Gedanken lesen durfte, wurde mir mal wieder klar, wie viele Frauen (und auch Männer!) sich täglich Gedanken über ihre Unterwäsche machen… Da bin ich um ein weiteres Mal froh, dass mein Liebster das über der Haut überhaupt nicht interessiert ;). Im Winter bin ich einfach froh darum, dass „ein Schlüpfer seesternartig auf der Haut andocken kann“ *kicher* :D.

    Liebe Grüße vom Zwerg

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