Film & Fernsehen, Schönes & Banales
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Das war der #Horrorctober

Nachdem ich Anfang des Monats angekündigt hatte, beim #Horrorctober mitzumachen, bin ich euch natürlich noch das Ende der Geschichte schuldig. Ich versuche es kurz & schmerzlos zu halten, obwohl es ein klein wenig schmerzvoll war. Denn die meisten Filme waren enttäuschend & ich glaube, ich bin sehr kurz davor, von meiner Leidenschaft für Horrorfilme geheilt zu werden. Irgendwann hat man das Gefühl fast alles gesehen zu haben, es überrascht wenig & der Aufwand, sich ein paar gut klingende herauszusuchen, um dann doch nur seine Zeit zu vertun, ist mir zu hoch. Dann lieber Serien gucken.  Scream als Serie zum Beispiel. Oder The Knick mit einem großartigen Clive Owen. Die sollte Fans von blutiger, guter Handlung auch zufrieden stellen. Natürlich minus den Gruselfaktor. Man kann eben nicht alles haben.

Meine Bewertung zu den Filmen gibt es natürlich trotzdem. Fast schon symptomatisch, dass mir die Filme am Besten gefielen, die eher Thriller & schwarze Komödie als Horrorfilm waren.

Bunker – Es gibt kein Entkommen (2015)

O.C. California Marissa spielt Ella. Verlobt mit einer super Partie von der Wall Street, findet sie ihr Leben auch irgendwie zu perfekt. Also sucht sie gemeinsam mit der besten Freundin den Lagerraum des Fast-Ehemannes auf, um mal nachzusehen, was er dort eigentlich so einlagert. Wer schon einmal in so einem Self-Storage Gebäude war, kann die bedrückende Atmosphäre sicher nachvollziehen & Bunker macht daraus einen ok’en Film mit ein paar Wendungen & einem düsteren Ende. Ganz gut gemacht, aber man erhebt sich auch ohne Probleme, um in der Küche den Chipsvorrat aufzufüllen, ohne dass man Angst hat, etwas zu verpassen.  Kann man sich ansehen, muss man aber nicht.

zombie-mask-smiley-emoticonBewertung: 3 von 5


Bad Milo (2013)

Ein sympathischer Verlierertyp, den alle Welt, von der eigenen Mutter bis zum nervigen Boss, einfach nicht in Ruhe lässt, findet heraus, dass seine Bauchschmerzen von einem kleinen Dämon kommen (titelgebendem Milo). Mal ehrlich, wem ist Stress nicht schon mal auf dem Magen geschlagen? Milo aber lässt sich nicht so leicht herumschubsen, sondern macht, wenn er zu sehr gereizt wird, kurzen Prozess mit seinen Peinigern. Das wiederum will der herzensgute Protagonist dann doch nicht zulassen. Die schräge Idee des Films klang eigentlich so, als würde ich ihn nur mögen können. Leider läuft sich die aber irgendwann tot & es stellt sich Langeweile ein. Man findet auch großartige Besprechungen, die den Film als absolut kultig feiern. Es mag also einfach an mir liegen, dass er nicht gezündet hat.

zombie-mask-smiley-emoticonBewertung: 2 von 5 


Stoker (2013)

Eher ein Thriller als ein Horrorfilm, baut sich die Handlung in bester Hitchcock-Manier langsam auf. Dafür sollte man als Zuschauer mit anderen Sehgewohnheiten bei Filmen dieser Art (zumindest bei mir), Zeit und Muße mitbringen. Wenn man sich darauf einlässt, machen Kamerafahrten, Musik, Ausstattung & Details einen richtig guten Film daraus. Eher mit wenig Schockmomenten & wenig direktem Grusel, aber dafür mit klasse Schauspielern, die den eigentlichen Grusel  – nämlich vor dem, was sich in der menschlichen Psyche versteckt – Leben einhauchen. Mia Wasikowska (Alice im Wunderland, Jane Eyre) spielt India. Nach dem Unfalltod ihres Vaters zieht dessen Bruder (Matthew Goode, kannte ich aus Match Point) in die Abgelegenheit des Herrenhauses, das India mit ihrer Mutter bewohnt (Nicole Kidman). Der Onkel ist nicht nur leicht mysteriös, sondern macht India auch mit einem ganz besonderen Familienerbe vertraut.

zombie-mask-smiley-emoticonBewertung: 4 von 5 

Creep (2004)

Franka Potente kämpft sich durch die Londoner U-Bahn. Ein sehr lehrreicher Film, der einen mit mindestens 3 wichtigen Erkenntnissen zurücklässt: 1. George Clooney nachzujagen ist auf vielen Ebenen keine gute Idee. – 2. Im öffentlichen Nahverkehr sollte man immer Kleingeld dabei haben. – 3. Überwachungskameras an allen Ecken helfen im Ernstfall einen Dre…. Alles in allem ganz spannend. Bonuspunkt, weil ich Franka Potente (Wo ist die eigentlich hin?) mag &  – Vorsicht Spoiler! – Final Girls gut finde, die die Dinge selbst in die Hand nehmen.

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Bewertung: 3 von 5  

 

Troll Hunter (2010)

Skandinavische Horrorfilme sind eigentlich eine sichere Bank (siehe Cold Prey). Troll Hunter verfolgt in bester Blair Witch – Tradition eine Handvoll Freunde, die mit verwackelten Handkameraaufnahmen ihre Suche nach Trollen dokumentieren. Inklusive dem Verweis auf wahre Begebenheiten & dem spurlosen Verschwinden der Truppe, von denen uns nur diese Aufnahmen geblieben sind. Wer solche Szenarien gut findet (Ich finde sie gut.), dem empfehle ich Devil’s Pass, der ebenfalls auf einer wahren Begebenheit, nämlich dem Verschwinden von Wanderern im Uralgebirge, ziemlich nah an meinem russischen Testgelände, basiert. Oder meinentwegen Chernobyl Diaries. Beides besser angelegte 90 Minuten als Troll Hunter.

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Bewertung: 1 von 5

 

Stage Fright (2014)

Ein Slasherfilm im Musical-Millieu, das kann trashig-gut werden. Der Auftakt ist vielversprechend. Im Vorspann erfährt man, dass 90er Jahre Schmachtsänger Meat Loaf mitspielt & bereits in den ersten Minuten geht Minnie Driver einem würdig-blutigen Ende entgegen. Dann verlagert sich die Handlung in ein Sommercamp, in dem Jahre später die Tochter der ermordeten Minnie Dienst in der Spülküche tut. Auch augenzwinkernder Trash muss aber gut gemacht sein, sonst ist es nur traurig. Ich habe noch eine Weile durchgehalten, immerhin hatte ich mich auch erst vor Kurzem durch die ersten Folgen Wet Hot American Summer auf Netflix gequält…und dann doch abgeschalten. Das Positivste, was ich daher sagen kann ist: der ständige Gesang (Auch normale Szenen der Handlung werden gesungen, was durchaus als Warnung aufs Cover gehört.) irritiert – aber lenkt wenigstens vom ständigen Gähnen ab.

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Bewertung: 1 von 5 

 

The Voices (2015)

Dieser Film klingt sehr unglaubhaft. Denn Ryan Reynolds (!) spielt Jerry, Mitarbeiter in einer Badewannenfabrik, der sich nicht jeden Tag eine andere zum Essen gehen aussuchen kann, sondern von den Mädels aus der Buchhaltung eher als seltsam wahrgenommen wird. Dabei ist der sympathische Hundebesitzer & Kleinstadtmensch doch so sehr in Fiona verliebt. Nach einem auf allen Ebenen missglückten Dateversuch liegt diese allerdings bei ihm im Kühlschrank. Dass Jerrys Leben nun immer komplizierter wird, mag auch daran liegen, dass er Lebensratschläge von seiner Katze annimmt & ein wenig Gepäck aus der Kindheit mit sich herum trägt. Von dieser schwarzen Komödie fühlte ich mich richtig gut unterhalten. Wegen einer kleinen Länge am Ende gibt es 4 von 5.

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Bewertung: 4 von 5 

Cell 213 (2014)

Auf dem Papier & bei der Optik eigentlich wieder alles richtig gemacht. Bedrückende Gefängnisatmosphäre, ein paar schöne Schockmomente & gute Darsteller. Der Film wirkt nicht billig & beginnt vielversprechend. Michael Grey ist ein erfolgreicher Anwalt, nicht zuletzt, weil er sein Gewissen auch mal vor dem Gerichtssaal lässt. So verhilft er einem bekennenden Mörder zur Freiheit & will die gute Nachricht gleich selbst überbringen. Findet sich aber, nachdem der Mandant sich vor seinen Augen (aber nicht vor der Überwachungskamera) selbst tötet, in orange in der gleichen Zelle wieder, die einst sein Mandant bewohnte. Sadistische  Wärter, wenig freundliche Mitgefangene, auftauchende Geister, ein undurchsichtiger Gefängnispsychiater & eine gut aussende Ermittlerin hätte man auch anders zusammen mischen können. Zum Beispiel in einer spannenden Handlung mit möglichst wenig „Wie bitte, ist doch unlogisch.“-Momenten. Hat man aber nicht & es ist bitter sich in der Hoffnung, dass noch irgendwas zusammenpasst, durch den Film zu quälen.

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Bewertung: 1 von 5 

Wer mitgezählt hat, hat sicher bemerkt, dass ich nicht alle 13 Filme geschafft habe. Das war nicht nur der Zeitmangel, sondern auch die sich einstellende Unlust. Es fehlen: The Innkeepers (2014), Cooties (2014), The Quiet Ones (2014), Der Babadook (2014) und Sinister (2012).

Foto: flickr – JD Hancock – CC by 2.0

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4 Kommentare

  1. Julia sagt

    Bin kein Freund von solchen Filmen aber habe die Besprechungen trotzdem gern gelesen. 🙂

  2. Teilweise doch ganz erhellend und wirklich eine große Bandbreite von Schund bis (Überraschungs-)Hits ist ja dabei.
    Zumindest BABADOOK kann ich von deinen nicht geschafften Filmen wärmstens empfehlen, weil er das Genre auf kluge Art ummünzt.

  3. Pingback: Ein bisschen Podcastliebe | makellosmag

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