Schönes & Banales
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#19 Schulzeit [NaBloPoMo]

In der Schule war ich gut in Deutsch & in allen Fremdsprachen, die meinen Weg kreuzten. Sie fielen mir immer so leicht, dass es mir selbst fast unheimlich war. Geschichte konnte ich auch super. Ich hasste Mathematik, ich zählte die Tage, bis ich Physik & Chemie von meinem Stundenplan verbannen konnte. Keine Ahnung, wann die Naturwissenschaften & ich beschlossen hatten, nicht zueinander zu passen. Sehr typisch, Mädchen.

Ich erinnere mich aber auch an sehr engagierte Physik- & Chemielehrerinnen, die mich unbedingt „mitnehmen“ wollte. Meine Eltern haben auch nie in Schubladen gedacht. Mein Vater hat immer wieder mit zenartiger Ausdauer versucht, mich meine Kindheit lang für Logik- & Mathematikspiele zu begeistern.

Ich selbst habe trotzdem spätestens mit Einsetzen der Pubertät für mich das Narrativ entdeckt: „Ich bin halt ein Mädchen, ich kann das nicht.“ Und mich damit ziemlich wohl gefühlt. Das andere lief eben besser & so hatte ich gleich den passenden Grund, mich nicht weiter in die andere Richtung quälen zu müssen.

Mittlerweile habe ich ziemlich viel mit Zahlen zu tun. Excel ist mein täglicher Begleiter. Auch hier habe ich mich lang dagegen gewehrt, das anzuerkennen. Jahrelang habe ich im Job (leise zu mir selbst aber auch laut) gesagt: „Ja, ich mache halt das Controlling, aber so richtig fit bin ich da nicht.“ Das war & ist Quatsch. Ich kann das gut. Ich mag anderes noch besser können. Aber Zahlen & Berechnungen sind doch nicht so weit weg von mir. Obwohl ich auch heute noch dazu neige, wenn nicht gleich etwas klappen will, mit Sätzen um die Ecke zu kommen wie: „Mir fehlt da ein bisschen das logische Verständnis.“

Dass mir wegen meinem frühen Desinteresse mathematische Grundlagen gefehlt haben, hat mich lange Zeit geärgert. Wenn also der Schreibimpuls heute fragt, was ich bereue nicht gelernt zu haben, dann wäre es das. Wenn ich nochmal in der Schule wäre, würde ich mich gern mehr für Mathematik & den ganzen Rest interessieren. Vorurteilsfrei zuhören können & ausprobieren, wo tatsächlich meine Grenzen sind.

Das wünsche ich mir auch für meine Tochter. Und habe mir deshalb vorgenommen, sie nicht gleich aus Bequemlichkeit mit den Matheaufgaben zu Papa oder Opa zu schicken.

Foto: flickr – Krzysztof Pacholak – CC by 2.0

Dies ist ein Post im Rahmen der NaBloPoMo – Reihe. Die Idee ist, im Juli an jedem Tag zu bloggen. Wer mehr erfahren möchte, liest hier weiter. Noch mehr Blogs, die auch mitmachen, findet ihr rechts oben in der Sidebar. Alle meine Beiträge findet ihr hier

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2 Kommentare

  1. Julia sagt

    Bei mir war es genau umgedreht. Sprachen mochte ich nie, dafür war ich immer gut in Naturwissenschaften. Ich habe es aber nie so erlebt, dass das „untypisch Mädchen“ wäre.

    • Melanie sagt

      In der Schule vielleicht nicht, aber im Studium ist man in vielen naturwissenschaftlichen Fächern oder Informatik schon sehr allein.

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