Alle Artikel in: kleine schöne Dinge

Immer wieder das Gleiche tun

Mir ist heute etwas aufgefallen: Auf meiner Liste der kleinen schönen Dinge, die ich in den letzten Monaten befüllt habe, findet sich erstaunlich vieles, das ich immer wieder mache. Routinen wäre vielleicht ein guter Begriff dafür oder einfach nur die Freude daran, immer wieder das Gleiche zu tun. Es ist gar nicht so leicht, das so stehen zu lassen, denn sofort überlege ich, ob mich das zu einer langweiligen Person macht. Mir fällt wie zur Rechtfertigung ein Spruch ein, den ich einmal gehört habe: Um etwas Neues zu lernen, muss man den gleichen Weg wie gestern gehen.

Perfekte Duschtemperatur

Was gibt es Schöneres als die perfekte Duschtemperatur? Egal ob morgens oder abends, wenn ich es schaffe, den perfekten Punkt zwischen Hitze und Dampf zu finden, um mich hineinzustellen, bis ich langsam beinahe weggdöse, überflutet nicht nur makelloses Wasser (hihi) meinen Körper, sondern auch kleines Alltagsglück.

In Nörgellaune

Es gibt so viele schöne Worte für dieses unterschätzte Gefühl: nörgeln, mosern, granteln, grollen, rummaulen. An manchen Tagen und manchmal auch ein paar Tage länger, mag ich es ausgiebig zu nörgeln. Alles doof hier, nein, nichts kann es besser machen, kein Eis, kein Sonnenschein, keine positive Affirmation aus irgendeinem Podcast, einfach Decke über den Kopf und Tür zu.

Ungelesene Bücherstapel

Es ist soweit: Ungelesene Bücherstapel machen mir kein schlechtes Gewissen mehr, im Gegenteil. Vielleicht hat es etwas mit dem großen Umzug zu tun, vor dem ich mir natürlich das Ziel gesetzt hatte, dieses Mal wirklich auszumisten. Im Zuge des Ausräumens kam ich irgendwann auch zu unseren Büchern und ungefähr um die gleiche Zeit sah ich eine Folge der Netflix-Serie mit Marie Kondo, in der sie einer Frau beim Sortieren ihrer Bücher half. Kondo benutzte die gleiche Methode wie bei anderen Dingen auch: Does it spark joy? Löst es Freude aus?

Müll im Briefkasten

Gestern kreuzte eine frische kleine Freude meinen Weg. Ich stehe auf der Straße und warte. Das tue ich manchmal, weil ich zu früh bin und ein Laden erst um 14 Uhr wieder öffnet oder ein Kind gleich irgendwo herauskommt, um abgeholt zu werden. Während ich warte, gehe ich ein bisschen hin- und her, bleibe wieder stehen und wippe von einem Fuß auf den anderen. Ich überlege, mein Handy herauszuholen, weil ich im Warten nicht mehr geübt bin. Ich könnte so tun, als hätte ich eine wichtige Nachricht zu lesen, müsste den Weg nachschauen oder dringend jemanden anrufen. Man steht eben nur noch selten einfach so in der Gegend herum. Aber heute ziehe ich es durch und schaue nur ein bisschen umher. Ein Backsteinhaus, ein modernes daneben, ein Postkasten, ein alter Baum. Ich schaue auf das Pflaster vor mir und auf das Unkraut, das zwischen den Platten nach oben drängt.