Jahr: 2016

So viel Leid in so viel natürlichem Licht – Die Kritik zu The Revenant – Der Rückkehrer

Dies ist der erste Beitrag in meiner neuen Rubrik Die Kritik. Er könnt daran mitschreiben, wenn ihr mögt. Zum DVD-Start von The Revenant habe ich nun auch den Film gesehen, der Leonardo endlich den Oscar beschert hat. Eines vorneweg: Seit ich ihn zum ersten Mal durch ein Aquarium erblickte – damals hieß er noch Leo und die Haare fielen ihm pittoresk ins Gesicht – kann Leonardo DiCaprio bei mir eigentlich nicht viel falsch machen. Ich finde, er ist ein großartiger Schauspieler. Mein Fazit lautet trotzdem: The Revenant ist lang. Sehr lang. Es gibt viel Leid. Unglaublich viel Leid. In sehr viel natürlichem Licht. Das ist nicht so spannend, wie es sich anhört. Er ist ein Schmerzenswesen dieser Mann. Und Hugh Glass ganz besonders. Leonardo DiCaprio spielt den Pelzhändler in der Wildnis dieses irgendwie-schon-eine-Weile-besiedelten-aber-noch-nichts-mit-Zivilisation-Amerikas, in der Wunden faulen und Männer sich unentwegt am Kopf kratzen. Damals, als die Natur noch rau und die Menschen von den Urkämpfen des Daseins umgetrieben wurden: Wo kriege ich etwas zu Essen? Es muss auch nicht gebraten sein.,

Mühelos natürlich – Ein paar Worte zu Kate Middletons VOGUE – Cover

Gerade hat der Sohn noch Barack Obama im Bademantel (mit Initialen!) begrüßt, da kommen die britischen Royals wieder um die Ecke. Kate Middleton ist auf dem VOGUE-Cover. Die Artikel überschlagen sich mit dem Lob der Natürlichkeit. Lässig lehnt sie auf dem Gatter. Und trägt kaum Make-Up. Nur ein strahlendes Lächeln. Prompt folgt der Link zwischen Äußerem und Persönlichkeit. Wir erfahren: die Bilder spiegeln die Herzogin eins zu eins wieder. So ist sie, natürlich und ungezwungen. Zum Shooting ist sie selbst gefahren – mit Lockenwicklern im Haar. Kate – die Königin der Natürlichkeit. Die Frau, die den Eyeliner für ihre Hochzeit selbst geführt hat. Woohoo. Die nicht so viel Wert auf Drumherum legt. So als Mutter. Und toll ist das doch, dass sie sich zeigt, wie sie ist. Ein Beispiel für viele Frauen. Gräme dich nicht, natürlich darfst du sein. Wenn die Kate das auch macht. Natürlichkeit. Das Einhorn unter den weiblichen Beautystandards. Wir wissen, Natürlichkeit bedeutet trotzdem schön sein. Keine Pickel und maximal kunstvoll zerzauste Haare. Echte Natürlichkeit muss hingegen keiner sehen. Das bekam Kate 2013 zu …

Der ultimative Sommerdiät-Guide

Herzlich willkommen Ladies, zu einer neuen Episode der Serie Wie ich ein besserer Mensch werde. Der Sommer steht vor der Tür und damit die Diätsaison. Eigentlich wollen wir uns natürlich das ganze Jahr über gesund ernähren, gegen Cellulite cremen und endlich mal diese Kettlebells ausprobieren. Aber dann kommen die Schockosterhasen dazwischen und die Stollen und überhaupt – unser ganz schwacher Wille als Frauen. Kein Grund emotional zu werden. Wie immer eilt euch das makellosmag zur Hilfe und hat die drei ultimativen Sommerdiäten getestet. Die Madonna-Vogue-Diät Du darfst nur essen, wenn Madonnas Vogue in voller Lautstärke im Hintergrund läuft. Drehe den Bass ganz auf, um zusätzliche Magenstimulation zu erreichen. Nach weniger als zwei Tagen wird dir das Essen zuverlässig zur Qual und Hände in schwarz-weiß werden deine Träume verfolgen. Vor Angst fröstelnd (1 Stunde Frieren = minus 102 Kalorien) und schlaflos (schlafend 54 kcal/ pro Stunde vs. Liegen und gelegentliches Drehen 98 kcal/ pro Stunde) wälzt du dich im Bett. Die „nur eine Sache“-Diät Suche dir ein Superlebensmittel, von dem du dich ausschließlich ernährst. Die Auswahl …

Lasst uns doch auch ein bisschen Selbstliebe machen. – Warum das mit den neuen Frauenzeitschriften gar nicht so einfach ist

Spätestens seit die britische ELLE eine jährliche Feminist Issue herausbringt und die US-Cosmopolition mit Jill Filipovic eine feministische Bloggerin verpflichtet hat, dreht sich etwas im angloamerikanischen Markt. Auch hierzulande hat man erkannt: ein bisschen weniger Körperhass und ein bisschen mehr Selbstliebe können Verkaufsargumente sein. Jüngstes Beispiel ist die Mai-Ausgabe der GLAMOUR. Die Free your Body-Issue („Your body loves you, love him back.“) verspricht mehr Intuition, mehr Stolz, mehr Ich. Nun wollen wir nicht kleinlich sein und uns wundern, dass da aufs Cover natürlich niemand anderes als Supermodel Bella Hadids befreiter Körper gehört. Wir blättern einfach ein wenig.

Im Cocktailkleid zur absoluten Mehrheit – Wie US-Serien Power Dressing neu definieren

Wenn Melanie Griffith im 80er-Jahre-Klassiker Die Waffen der Frauen heraus findet wie man in der Geschäftswelt erfolgreich ist, verändert sich auch ihr Äußeres. Die doppelt-auftoupierten Haare machen Platz für die einfach-auftoupierte Version und ihre Kleidung wandelt sich. Farben werden dezenter, das Sakko größer und die Schulterpolster breit. Businesskleidung der 80er, dem ersten Jahrzehnt, in dem Frauen selbstbewusst und selbstverständlich ihren Platz am Konferenztisch einforderten, versteckte die weibliche Silhouette. (Nun gut, minus lange Beine vielleicht.) Wo beide Geschlechter Gleiches tun wollten, versuchte man Unterschiede auch in der Kleidung zu vermeiden. Und orientierte sich an denen, die zuerst da waren: Männern in Anzügen. In den 90ern folgte auf den Laufstegen die erste Unisex-Kollektion von Jean-Paul Gaultier. Heute sieht der Power Dress erfolgreicher Frauen anders aus. Claire Underwood und Selena Meyers in den Politserien House of Cards und Veep tragen enganliegende Röcke, aber vor allem figurbetonte Cocktail- und Etuikleider. Die dürfen, insbesondere bei der imaginären Vizepräsidentin Meyers, gern in Knallfarben oder Pastell daher kommen. Ihre Garderobe ist nicht zufällig. Die Stilistinnen beider Serien bestätigen, wie viel Gehirnschmalz in die Ausstattung der Figur …