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Warum ich hoffe, dass Fifty Shades of Grey in 10 Jahren tot und vergessen ist

In ein paar Tagen ist Valentinstag. Das weiß ich, weil sich die Blumen- & Konsumindustrie alle Mühe gibt, dass ich ihn nicht vergesse. Das war bisher in jedem Jahr so. Aber in diesem Jahr ist etwas anders. Der Valentinstag 2015 wird präsentiert vom Kinostart von Fifty Shades of Grey.   Wo man hinschaut: Artikel, Werbebanner & Spots. Die Kinos bewerben den Besuch am 14. Februar als passendes Liebesgeschenk. Dabei könnte nichts weiter entfernt sein von Liebe & gegenseitiger Wertschätzung als Fifty Shades of Grey.

Der lange Weg zur Tinkerbell-Geburtstagstorte (…der feministischsten aller Backwerke)

Mitte der Woche habe ich meine Kochfreude geteilt & schon gibt es die Gelegenheit für den ersten Backpost. Es ist nämlich Kindergeburtstagszeit. Nun hatte ich nicht sonderlich viel darüber nachgedacht, was für eine Mutter ich sein wollte, bevor mein Kind in mein Leben trat. Eine grandiose, soviel war klar. Aber die Details waren (und sind manchmal) noch erstaunlich unausgeschmückt. Eine Sache hatte ich mir trotzdem geschworen. Nie, nie, nie wollte ich einen dieser Kindergeburtstage nach bester Partyplanermanier mit Mottotischdecken, Goodie-Bag & dreistöckiger Mottotorte feiern. Was soll ich sagen, man wird Mutter & kapituliert irgendwann. Spaß beiseite, eine riesen Einladungsveranstaltung gibt es nicht. Aber ehrlicherweise ist der Wunsch auch noch nicht mit Nachdruck aufgekommen. Fragt mich nochmal im nächsten Jahr. Was ich aber tatsächlich jedes Jahr mache, ist, eine Torte zu backen. Im auslösenden ersten Jahr war es auch die Nostalgie der zu Ende gehenden Elternzeit, die mich zur Internetrecherche nach Rollfondant (die eingefärbte Zuckermasse, mit der man verzieren kann) trieb. Jetzt ist es schöne Tradition & mir macht das Überlegen & Backen Spaß. Da ich …

Hört, Hört – Podcastempfehlungen fürs Wochenende

Ich höre gern zu. Bei Podcasts zum Beispiel. Weil das Wochenende vor der Tür steht & die Wetterverhältnisse noch nicht die besten sind, gibt es hier fünf Episoden-Empfehlungen der letzten Wochen für euch: Erstens  Auf DRadio Wissen sprach Laura Gehlhaar, großstädtische Rollstuhlfahrerin, Sozialheldin & Bloggerin über ihr Bullshit-Bingo (Welche Kommentare man lieber lassen sollte.), Inklusion & die Frage, wie eigentlich festgelegt wird, was eine Behinderung ist. Viel Interessantes & viel Neues. Ich wusste z.B. nicht, dass nur 2.600 Euro angespart werden dürfen, wenn man auf Assistenz angewiesen ist. Das macht nicht nur Mehrverdienst & Karriere irgendwie ziemlich unattraktiv (Und man überlege sich, welche Geisteshaltung gegenüber Behinderten dahinter steht…) sondern bedeutet auch in einer Ehe, dass der Partner oder die Partnerin zur gleichen Einschränkung verdammt ist. Lauras Blog Frau Gehlhaar ist ebenfalls einen Besuch wert, aber den Meisten wahrscheinlich schon bekannt. Schließlich hat sie nur knapp den Goldene #Blogger 2014 als bestes Tagebuchblog verfehlt. Hier geht es zum Podcast. Zweitens Die Gewinnerin war das nuf, die man nicht mehr vorstellen muss. Seit 10 Jahren bloggt sie (bei mir intern mit dem Titel cool-ironisch-unaufgeregte …

„Wie ist das denn für sie, wenn Mitarbeiter mehrere Monate aussteigen? Sie sind ja nicht die Arbeiterwohlfahrt.“

Am Montagabend stolperte ich über die story in der ARD. Papa, trau dich! hieß es da, eine Reportage über Väter zwischen Kind & Karriere. Das klang interessant genug, um dranzubleiben. Die Sätze aus dem Off führten schnell dazu, dass mir der Mund offen stand & ich mir den Laptop schnappte. Inzwischen hat auch die FAZ über die Doku geschrieben. (Der Fluch des Bloggens, wenn man einen Text liegen lässt, weil man noch etwas daran machen will & dann die Tage verstreichen.) Ich beschloss heute aber doch nicht auf „löschen“ zu klicken, sondern die Best-Off Sätze mit der Welt zu teilen. 0:04 „Ringelpiez mit Anfassen, ein Mutter-Kind Kurs. Doch heute ist es anders.“ (Was könnte passiert sein? Statt „Wir gehen jetzt im Kreise.“ rappt heute Bushido? Fast. Ein Mann ist anwesend. An diesem Punkt weiß man eigentlich schon alles über die unterschiedliche Wahrnehmung von Erziehungsarbeit in der Doku.) 0:30 „Der Mann taucht ein in eine völlig andere Welt. Früher war er unter Ingenieuren.“ (Jetzt nur noch Frauen & Babythemen. Weil Frauen, auch wenn sie berufstätig (noch) ohne Kind sind, …

Was glücklich macht

Es ist heute so ein Tag. Ich wachte auf & die Bettdecke klebte an mir, der Fuß war eingeschlafen. Mein Mund schmeckte, als hätte sich darin ein totes Eichhörnchen versteckt. Irgendjemand schrie schon nach mir. Ich bin mir sicher beim Duschen statt Shampoo & Spülung zwei Mal Spülung verwendet zu haben, denn meine Haare fühlen sich an, als hätten sie einen Ölwechsel nötig. Auf den Straßen sind nur Idioten unterwegs. In dieser Firma tut niemand, was er sagt. Außer mir natürlich. Schon wieder Freitag. Schon wieder eine Woche rum. Wochenende, könnte man sich freuen. Wenn da nicht die Wäscheberge wären. Auf der Suche nach Zerstreuung lande ich bei diesem Bild. Es ist Zeit zu handeln. Ich befülle jetzt meine Glückliste für heute. START 1. Heißgetränk 2. Apfeltasche 3. Durchatmen 4. Frische Luft 5. Musik allein 6. Lachen mit Kind HIER BIN ICH JETZT 7. Anruf bei liebem Erwachsenen 8. Musik mit Kind 9. mit Kind zum Einschlafen hinlegen (im Familienbett, gern auch länger) 10. Wanne 11. Gespräch mit Erwachsenen 12. Wein 13. eventuell noch mehr Wein Sorry, …