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Rauchzeichen

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Rauchen ist mit das Dümmste, was man tun kann. Es verursacht Krebs und andere schrecklichen Krankheiten, die heute vorn auf den Packungen ausgestellt sind. Außerdem stinkt es und ist – ein nicht zu verleugnendes Argument angesichts des Geldes, das jeden Monat mehr und mehr durch die Finger rinnt – teuer.

Trotzdem sind Zigaretten überall. Um mich herum wird wieder geraucht – und das mit einer ziemlichen Selbstverständlichkeit. Zusammen mit den Levis sind auch die Kippen wieder da und ich fühle mich zurückversetzt in die Schulzeit, als die Coolen vor dem Tor standen und qualmten. Wann kam das Memo, was habe ich verpasst? Weiterlesen

90er-Jahre-Understatement

Diese Woche starb die Queen, die ich eigentlich nur mit Diana verbinde und Michael Gorbatschow ist tot, mit dem ich eigentlich wenig verbinde – außer, dass er etwas mit den Ereignissen zu tun hat, die die Erwachsenenwelt meiner Kindheit so endgültig veränderten.

Fast scheint es, als wollte das Universum uns sagen, dass die 90er vorbei sind, auch wenn sie gerade überall wiederkehren. Meine Tochter fischte aus der Auslage einer großen Modekette ein “Spice Girls”-T-Shirt und ich begegne den aufgezwirbelten Schneckendutts, die mich an die Modestrecken der Bravo erinnern. Weiterlesen

Emotional Support Rabbit

Kurz dachte ich, wir würden uns beim Haustiererwerb antizyklisch verhalten. Schließlich hatten wir uns tapfer durch die erste, zweite (welche war es nochmal, ich habe den Überblick verloren) Pandemie gekämpft, ohne der Verlockung eines Familienhundes zu erliegen. Aber wie immer, wenn man sich außerhalb eines Trends wähnt, ist man natürlich mittendrin und bekommt schnell vor Augen geführt, dass das vermeintliche Außenstehen nur eine kurze hedonistische Selbstüberhöhung war. Rund um Ostern steigt nämlich der Absatz von Zwergkaninchen in jedem Jahr rasant an, worüber ich schnell freundlich aber bestimmt von der Hasenverkäuferin meines Vertrauens (danke, google) aufgeklärt wurde.

Ich war zu diesem ersten Schnuppertermin zur Hasensuche (see what I did there) bewusst allein erschienen, was ich für klug hielt. Weiterlesen

Und was ist nun mit Bügeln?

Gestern ging der November zu Ende und damit auch der Monat, in dem ich wieder mehr schreiben wollte, und zwar so viel wie möglich, über das kleine Glück, das uns im Alltag begegnet. Zwölf Portionen Alltagsglück sind es geworden und das freut mich wirklich, denn dieser November war vielleicht nicht die beste Wahl. Ich habe tatsächlich in den ersten Tagen ein paar Mal gedacht, ob ich nicht aufhören sollte. Weiterlesen

Fernsehen

Fernsehen ist der Teil der Alltagskultur, der mir am meisten Alltagsglück verschafft. So, da steht es, jetzt habe ich es aufgeschrieben. Natürlich liebe ich Bücher und schreibe sogar selbst welche, wäre also prinzipiell dafür, dass alle mehr lesen, aber ich schaue viel mehr fern.

Ich schaue fern, weil ich es liebe, weil ich mich richtig auf Sendungen freue. Und: Je müder und energieloser ich mich fühle, desto lieber schaue ich fern. Fernsehen ist keine Betäubung, die mich abgeschlagen zurücklässt, fernsehen entspannt mich ehrlich und ungemein. Weiterlesen