Jahr: 2017

#6 Löschen, lesen, löschen, lesen – Unbeschrieben-Podcast

Löschen, lesen, löschen lesen: der Name dieser Folge ist wirklich Programm. Was passiert, wenn man eigentlich dachte, das Manuskript fertig zu haben und dann nochmal richtig Arbeit auf einen zukommt… Und wie bekomme ich meine Ungeduld in den Griff, weil ich doch endlich, endlich will, dass das Buch gelesen werden kann. Ihr erfahrt es, in dieser Folge. Zum Abschluss kochen wir dann noch berufstätige Mütter weich und ich bitte um eure Fragen an mich für die nächste Folge. Viel Spaß beim Hören, das Buch „Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne“ könnt ihr z.B. hier vorbestellen. Und ich freue mich wie immer über Kommentare, Sterne und Rezensionen auf iTunes und überhaupt eure Meinung. Podcast-Feed ::: iTunes ::: Soundcloud:::Download Foto: flickr – Matt McGee – CC by 2.0

Gastbeitrag: Szenen einer Ehe oder Fightclub

Als dieser Gastbeitrag zu mir flatterte, ging es mir bei der Lektüre ungefähr so: lesen, stutzen, lesen, stutzen, lesen, ah, wie cool. Genau deshalb mochte ich ihn so gern. Er zwang mich nämlich, die Verwirrung auszuhalten. Und er appellierte an meine Liebe zu Ironie und Sarkasmus, die ja angeblich im Internet gar nicht funktioniert. Was natürlich überhaupt nicht stimmt. Also, ohne weitere Vorrede, viel Spaß beim Lesen. Mein Mann und ich, wir schlagen uns. Das war natürlich meine Idee. (Ich find ja, die guten kommen meistens von mir). Ich bin auch diejenige, die die Regeln für unsere Schlägereien festgelegt hat. Freestyle geht natürlich nicht, weil, wenn er immer gewinnt, ist es ja blöd. Und leider sind die Männer uns Frauen körperlich überlegen. Immer noch. Obwohl das nur erfunden wurde, damit sie besser jagen können. Damals, als sie uns noch ernähren mussten. Heute jagt natürlich kein Mann mehr irgendeinem Schnitzel oder so hinterher. Unser Essen, das holen wir gewaltfrei und unabhängig vom Geschlecht aus dem Supermarkt. Weiss doch jedes Kind. Die Evolution hat uns da ein …

Ich mag den Muttertag

Morgen werden mich kleine Arme umarmen und mir dicke, feuchte Küsse aufdrücken. Ich werde ein selbstgemachtes Bild von einem Blumenstrauß bekommen. Ganz kleine zusammengeknüllte Seidenpapierkugeln wurden aufgeklebt und bilden den Blumenstrauß. Es sind sehr viele kleine Kugeln. Ich weiß, wie lange das gedauert haben muss, bis aus den Kugeln der Strauß wurde. Und wie ab und zu die Konzentration meines Kindes verloren gegangen sein wird. Aber ich weiß von der Person, die ihr dabei geholfen hat, dass es sich nicht hat ablenken lassen. Weil sie dieses Geschenk für ihre Mama unbedingt fertig machen wollte. Mein Mann wird mir einen Kuss aufdrücken und „Danke“ sagen. Einen Kuss, der ein wenig länger dauert als sonst, wenn der Alltag oft nur Aneinandervorbeigehusche für uns bereithält. Wir werden uns anblicken und uns verschwörerisch anlächeln wegen des ganzen Wahnsinns, den wir hier jeden Tag wuppen. Meine 75jährige Nachbarin ist morgen nicht da, aber hat mir schon Pralinen vorbei gebracht. Ich mag Pralinen nicht besonders, aber ich habe mich trotzdem gefreut. Morgen ist Muttertag. Ich bin gern Mutter und ich mag den …

Das war alles leichter mit 23

Vor einiger Zeit las ich einen Text von einer Autorin, die eigentlich nur ein neues Parfum kaufen wollte. Man empfahl ihr im Laden ungefragt auch ein Anti-Aging-Produkt. Die Autorin war 23. Sie fand es völlig zu recht absurd, dass sie – quasi gerade erst der Clearasilwerbung entwachsen – als nächstes geradewegs die Falten-Vermeidungs-Ware kaufen sollte. „So’n Quatsch“, schrieb sie, „braucht kein Mensch“. Älter werden ist schließlich kein Problem, sondern völlig normal. Und aufgeklärte, selbstbewusste Frauen lassen sich schon gar nicht unsicher machen und für dumm verkaufen. Damit war die Sache für die Autorin erledigt. Solche Texte sind gut und richtig und wichtig. Ich habe selbst ein paar davon geschrieben. Aber es war leichter, sie mit 23 zu schreiben. Ich weiß nicht mehr genau, wann es begann. Aber irgendwann waren die Kissenfalten auch Stunden nach dem Aufstehen noch da. An manchen Tagen blicken sie mir noch auf dem Weg zur Mittagspause vom Fahrstuhlspiegel aus entgegen. Auf meiner Stirn hat sich eine Runzelfalte festgesetzt, die wohl bezeugt, dass ich viel öfter angestrengt nachdenke, als zu lachen. An …

Gastbeitrag: Frau liebt Frau

„Es ist was es ist, sagt die Liebe.“ schrieb der Dichter Erich Fried (und sang später die Band MIA). Und damit sollte eigentlich alles gesagt sein. Ist es aber leider oft nicht. Jamie hat in diesem Monat einen sehr persönlichen Gastbeitrag geschrieben, der irgendwie wieder zu Fried zurückführt. Analysiert die Liebe nicht, sagte er in seinem Gedicht, aber vor allem auch – beurteilt sie nicht. Danke Jamie für deine Offenheit und deine wunderbaren Sätze. Das erste Mal verliebt sein ist wohl etwas, das niemand vergisst. Das erste Kribbeln im Bauch, die Vorfreude, das Verlangen, dem Menschen nahe zu sein. Und doch wurde ich dafür ausgelacht und gehänselt. Denn ich verliebte mich nicht in einen Jungen, wie sich das für ein Mädchen nun mal gehört. Nein, mein Herz blieb bei Frauke hängen. Frauke hat von diesem Gefühl nie erfahren. Denn nachdem ich mich meinen Schulkameradinnen anvertraut hatte, haben sie mich damit aufgezogen. Danach wollte ich dieses Gefühl nie mehr für eine Frau empfinden. Ich verdrängte es, trieb mich mit Männern herum, empfand sie als super Kumpels …