Zwei Tipps zum morgigen Referendum in Irland

Morgen findet in Irland ein Referendum zum 8. Zusatzparagraphen der irischen Verfassung statt, der das Leben des Fötus und der Mutter auf dieselbe Stufe stellt und damit faktisch Abtreibungen, auch z.B. in Folge von Vergewaltigungen, verbietet. Wer mehr erfahren will, dem sei die 25-minütige Doku „This Is Ireland“ (Link führt zu Youtube) empfohlen. Nur zwei von vielen Fakten in der Doku: Wer in Irland eine Abtreibungspille schluckt (die sich betroffene Frauen illegal im Netz besorgen), kann länger in Haft kommen als der Vergewaltiger und der Fall der 2012 verstorbenen Savita Halappanavar, der nach Schwangerschaftskomplikationen die Abtreibung verweigert wurde und die schließlich verstarb. Und dann empfehle ich noch „The Break“ von Marian Keyes, das ich gerade lese. Alles in allem ein wunderbarer Roman über die Liebe und die Frage, ob man heutzutage überhaupt ein Leben lang zusammenbleiben kann (wo wir uns doch im Gegensatz zu unseren Vorfahren für 50 Jahre und nicht „nur“ 20 oder 30 mit einem Partner oder Partnerin entscheiden.) Mit einer eindringlichen Nebengeschichte zu einer ungewollten Schwangerschaft in Irland.

Mich selbst hat das Thema lange Zeit umgetrieben. Im Studium habe ich eine Freundin zu einem Termin begleitet und musste Jahre später, als ich das erste Ultraschallfoto in der gleichen Woche meines eigenen, so sehr erwarteten Babys in den Händen hielt, sehr viel an dieses Kind denken, das es nicht gibt. Ich habe eine Weile gebraucht, um für mich anzuerkennen, dass dieses Unbehagen in Ordnung ist. Und dass es auch dazu passt, wenn man sich selbst Feministin nennt. Denn die Frage ist nicht, ob man für Abtreibungen ist oder dagegen. Die Frage ist, ob man für sichere Abtreibungen ist, für solche, die Frauen nicht das Leben kosten und sie nicht vor Hürden stellen, die unnötig sind (siehe unsere deutsche Diskussion um Information durch Frauenärzte und Ärztinnen). Abtreibungen passieren so oder so, die Zahlen zeigen das. Frauen sind keine unberechenbaren Wesen, die leichtfertig handeln. Sie alle haben dieses Unbehagen.

Flickr – Michael Bertulat – CC by 2.0