Beauty & Banales, Schönes & Banales
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Wo Namen nicht nur Puder & Mascara sind… – Die Beautybranche nimmt Frauen noch ernst.

Vor einiger Zeit ging die neue Flirt-App Tripr durch die sozialen Medien, die sich insbesondere an Backpacker richtet. Die meisten User suchen One-Night Stands, was die wahrscheinlich unbemerkte Namensgleichheit zur Geschlechtskrankheit doppelt so interessant machte. Mit Produktnamen ist es also so eine Sache. Seit einer ganzen Weile amüsiere ich mich über Kosmetikprodukte mit, sagen wir mal, einfallsreichen Namen. Als potentielle Konsumentin, die sich gern kritisch über diesen Wirtschaftszweig äußert, kann ich zum Jahresende aber nur noch eines sagen: Die kennen uns wirklich. Die wissen, was Frauen wollen & wie wir ticken.

Wie sonst könnten sie auf Dinge kommen wie…

Die Rougefarben „Orgasmus“ & „Deep Throat“

Es ist jetzt zugegebenermaßen nicht meine erste Assoziation, wenn ich an gerötete Wangen denke. Aber ok, die Verbindung kann man ziehen. Muss man halt nicht, dachte ich, als mir diese Rougefarbe der amerikanischen Kosmetikfirma NARS im Kadewe begegnete. Ein bisschen Recherche brachte ans Licht, dass die Firma noch weitere Farbtöne vertreibt. Einer heißt Deep Throat. Da haben sie mich verloren. Ihr wollt das an Frauen verkaufen, oder? Auch die Farbassoziation ist mir noch nicht ganz klar. Ist das der Ton des geröteten Rachenraumes? Die Gesichtsfarbe nach vollbrachter Anstrengung? (An dieser Stelle möchte ich kurz Samantha aus Sex and the City zitieren: „Einfach durch die Nase atmen, Schätzchen.“) Vermutlich liegt es aber auch wieder nur an mir. Es gibt Beautybloggerinnen, die ohne einen Funken Ironie beide Farbtöne besprechen, die ihnen der Freund geschenkt hat & Kommentatorinnen, die jubeln „Deep Throat liebe ich auch sehr!“. Bisher gibt es das Rouge der Marketingexperten, denen die Drogen offensichtlich nie ausgehen, nur an drei Standorten in Deutschland. Aber ich sage euch, die haben eine große Zukunft vor sich.

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Die Nagellacke von Essie 

Die Firma, die uns bereits mit einem glitzerrosa Nagellack Sugar Daddy versorgte, hat sich zum Fest etwas ganz Besonderes ausgedacht:

  • bumb up the pumps..ist kein Kommentar zu Hühneraugen oder Kopfsteinpflaster sondern lässt sogar „den Nikolaus erröten“…
  • back in the limo…“ist genau das Richtige nach dem Christmas-Shopping-Trip“ (Die bisherige Nichtexistenz in meinem Leben mag damit zusammenhängen, dass ich den Bus nehmen muss.)
  • …und mit jiggle hi, jiggle low schütteln wir die Weihnachtspfunde beim Flirtversuch an Neujahr.

Jetzt sag noch einer, Frauen haben keinen Humor.

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Das eiskalte Händchen als Kaufanreiz…

Wir machen einen kleinen Test. Ihr schaut euch kurz diese Werbung an.

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Und jetzt ehrlich: Wer hat nicht an Der Tod steht ihr gut gedacht? Ich sehe plastisch vor mir, wie sich Meryl Streeps Kopf um die eigene Achse dreht. „Tropfen für Tropfen fühlt sich ihre Haut jugendlicher an.“? Wie viele Teenies wurden da eingeschmolzen? Unweigerlich muss ich an die Versprechen von Babyhaut aus der Tube denken. Und wo bitte auf der Welt ist „inspiriert von der Genforschung“ ein Verkaufsargument?

Was soll ich sagen? An eine Million Wimpern in winzigen Mascarabehältern & Farbexplosionen hatte ich mich schon gewöhnt. Aber hierfür brauche ich noch eine Weile.

Beitragsfoto: shutterstock. Mike Flippo

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