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Wenn Männer sich hochheiraten – Daumen hoch für Amal Clooney & Tasha McCauley

Heute wird über die gestrige Golden Globe – Verleihung geschrieben, dass Geschichten von Frauen in Hollywood immer mehr an Bedeutung gewinnen. Es gab zwei Moderatorinnen, die mit dem Vorurteil aufräumten, dass Frauen nicht lustig sind. Und Dankesreden von Schauspielerinnen, die Solidarität unter Frauen, alleinerziehende Mütter & Gewalt gegen Frauen thematisierten. Ich stelle eine noch sehr viel begrüßenswertere Entwicklung fest. Unglaublich kluge Roboterwissenschaftlerinnen & international anerkannte Menschenrechtsanwältinnen bieten Hollywoods Männern die Möglichkeit, sich hochzuheiraten. Woher ich das weiß?

Während der Verleihung twittere Elizabeth Plank.

Was soll ich sagen? Ich kenne das. Ich bin die erste Vorsitzende der Selbsthilfegruppe der anonymen Promigoogler (jetzt vielleicht ein bisschen weniger anonym). Fast am Spannendsten – das gebe ich gern zu – ist, wer sich mit wem verpartnert. Bisher waren das etwas traurige Ergebnisse, die mir meine Suchmaschine vor die Füße warf:

XY, ehemalige Miss Hessen oder Wyoming, Ex-Partnerin von XZ (hier anderen Prominamen einsetzen), 10 bis 15 Jahre jünger als XX, traf ihn in einer Diskothek. Ihren Lebensunterhalt verdient sie als Model, außerdem studiert sie ZZ (BWL oder irgendwas mit Medien – Semesterzahl zwischen 1 & 3), möchte sich aber in Zukunft mehr ihrer Schauspielkarriere, Handtaschen-, Schuh- oder Bikinikollektion widmen.

Damit ich nicht falsch verstanden werde, wer Lust auf Diskobesuche & Handtaschenkollektionen hat…bitteschön. Die Welt braucht auch Handtaschen & gut gefüllte Tanzlokale. Das macht einen nicht zu einem bedauernswerten oder weniger klugen Menschen. Gerade weil die Ergebnisse der Suche von selektiver Berichterstattung beeinflusst werden. Gerade weil Medienkarriere in bestimmten Bereichen für Frauen halt immer noch am Besten über ein bisschen nacktes Fleisch & tolle Haare funktioniert. Diese Frauen entpuppen sich mit eigener wachsender Medienmacht ja auch gern als intelligente & selbstbestimmte Wesen. Um so trauriger war die immer wieder auftauchende Gleichheit der Suchergebnisse.

Und um so mehr freute ich mich über meine letzten sehr intensiven Suchen. Von mir online gestalkt wurden bereits im letzten Jahr Amal Clooney,  Ehefrau von George Clooney & Tasha McCauley, jetzt auch Ehefrau von Joseph Gordon-Levitt (Der Robin zu Christian Bales „Batman“ &  dies sei am Rande erwähnt, aber natürlich für die Aussage des Posts völlig nebensächlich, bekennender Feminist).

Damit euer Herz auch hüpft, lasse ich euch gern an meinen Erkenntnissen teilhaben. Mein Gehirn legt sie zuverlässig unter gefährliches Halbwissen ab, deshalb leider nicht immer mit weiterführendem Link. (Ich versuche das noch zu trainieren.)

  • Amal ist die Frau, die an ihrem Hochzeitswochenende in Venedig gefühlte 25x das Outfit wechselte. Sah alles super aus.
  • Sie ist über-klug, arbeitete beim Internationalen Gerichtshof, vertrat Julia Tymoschenko & berät Trillionen Regierungen. In der verbleibenden Zeit auch gern die UN.
  • Sie spricht drei Sprachen.
  • Wenn ihr die ägyptische Regierung bei Einreise mit Verhaftung droht, muss selbst BILD, BUNTE & Gala kurz erklären, worum es eigentlich geht (Weil sie Journalisten vertritt, Unabhängigkeit von Richtern & so).
  • Sie lebt in London & hilft der griechischen Regierung dabei, Fresken aus dem British Museum zurückzuholen. Dabei war sie auch klasse angezogen.
  • Irgendeine komische Seite hat sie mal lange vor George Clooney zur sexyesten (sexiesten?) Anwältin Londons gewählt. Vermutlich weiß sie also, dass klasse-angezogen-sein nicht nur positive Seiten hat.
  • Tasha ist Roboterwissenschaftlerin (Sowas wie die Frauen bei der Big Bang Theory. Nur dass sie nicht die komischen Brillen & Strickjacken tragen muss, damit man sie als die Intelligente erkennt).
  • Und Firmengründerin. Ihre Firma Fellow Robots baut uns gute & helfende Roboter (also den Anti-Terminator) für alle Lebenslagen.
  • Sie hat offensichtlich mal beschlossen, nicht in die Öffentlichkeit zu wollen. Und zieht das durch.
  • Und das, obwohl sie offensichtlich die Coolste ist. Buzzfeed hat zwei Fotos aus der Social Media-Präsenz gerettet. 
  • Bei Buzzfeed gibt es auch den Link zu einem ihrer viel zu klugen Vorträge, den ich nicht wirklich verstanden habe. (Ich denke, es geht um Roboter.)

Ist das ein neues Narrativ der Super-Karrierefrau mit berühmten Hollywoodmann? Vielleicht. Was passiert, wenn die mal Kinder haben? Ja, das wird spannend. Bis dahin freue ich mich mit George & Joseph über ihre Frauen. Und hoffe, dass das eine Speerspitze des Wandels ist. Eine Weile war es ja modern, dem Männerauswahltypos (jünger, fitter,…) ein weibliches Gegenstück zu bieten (wie immer Erste: Madonna & der Fitnesstrainer, erst neulich: Jennifer Lopez & der Tänzer). Im Chor mit BUNTE & GALA „Jawoll, Gleichberechtigung!“ rufen, konnte ich da noch nie. Parallel gab es auch die vielgerühmte Auf-gleicher-Augenhöhe-Ehe. Wobei die Paare da interessanterweise immer beide aus dem Showbusiness kamen (Brad Pitt & Angelina Jolie & schon wieder getrennt: Gwyneth Paltrow & Chris Martin).

Ich begrüße diese neue Entwicklung mehr. Ich begrüße es, dass kluge Wissenschaftlerinnen & international anerkannte Anwältinnen das Risiko eingehen, Hollywoodschauspieler zu heiraten. Und Hollywoodschauspieler Anwältinnen & weibliche CEOs heiraten. Ich bin da ganz bei der landläufigen Meinung, dass Ehen mit gleicher Ausgangsbasis gleichberechtigter sind. Das glaubt offensichtlich sogar die Klatschpresse. Und so findet die Daily Mail mit gleichberechtigt am Einkaufswagen den einzig passenden Bilduntertitel. In diesem Sinne: Happy Monday euch allen.

 

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