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Wenn ein „nein“ eigentlich doch ein „ja“ ist – Partnersuche à la Grazia

Da die nächste Benimmfibel for Fashion-People schon an den Kiosken liegt, muss ich schnell noch ein paar Worte über die letzte GRAZIA verlieren. Da wir ja alle permanent auf der Suche nach Männern sind, würde ich es mir nicht verzeihen, die „clevere Single-Strategie – Mit diesen Tricks kriegt sie jeden Kerl (der dann auch bleibt)“, mit euch zu teilen. Ihre Poesiealbum-Psychologie exerziert unsere liebste Klatschzeitung am Beispiel der Musikerin Taylor Swift durch. Die hat der GRAZIA einen herben Schlag versetzt, als sie verkündete, nicht mehr daten zu wollen. Was packen wir jetzt nur aufs Cover?

Natürlich sind die Redakteurinnen der GRAZIA, weil sie ja selbst Frauen sind & ständig auf der Jagd, ein bisschen cleverer. Sie wissen, wenn Taylor Swift nicht daten will, dann „steckt doch was dahinter“. Warum Frauen ununterbrochen nach Männchen fanden, bleibt übrigens im Dunkel. Wahrscheinlich brauchen sie jemanden, der das GRAZIA-Abo bezahlt.

Taylor Swift auf jeden Fall, verkündet eine Verabredungspause nur, um ihre Anziehungskraft zu steigern! Das „wirkt wie ein Aphrodisiakum auf Kerle.“ Raffiniert! Im GRAZIA-Sprech heißt das

„Je mehr eine Frau sagt, dass sie keine Beziehung sucht, desto hartnäckiger werden Männer versuchen, die Frau ihrer Wahl vom Gegenteil zu überzeugen. Die Chancen sind also wirklich sehr hoch, dass trotz Dating-Abstinenz  bald demnächst Mr. Right vor der Tür steht.“

Diesen alten Trick, sich rar zu machen, muss GRAZIA aus Hedwig Courths-Maler Groschenheften haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der nach 1950 nochmal irgendwo gedruckt wurde. Und wir lernen – gut zuhören, liebe Männer – nein heißt eigentlich ja. Egal, was euch diese komischen Feministinnen einreden wollen. Oder die Frau, die gerade nein sagt.

Und wann kommt er nun, der Richtige? Na, „bald demnächst“. GRAZIA macht da keinen leeren Versprechungen.

Ach, warum es vorher nicht so richtig klappen wollte, erfahren wir auch. Die Taylor hat zu sehr geklammert. Ja, ja, so sind die Frauen. Und dann wundern sie sich. Dabei ist es doch so einfach. Die bisherige Nichteinhaltung der Taktik des Todstellens, Klappe-haltens & dem Mann die Führung überlassen (übrigens generell ein Spitzenbeziehungstipp!) führte nämlich auch dazu, dass sie sich immer den Falschen ausgesucht hat. Selber aussuchen, was gut für sie ist, können Frauen nämlich nicht so gut. Dann lieben warten, dass man ausgesucht wird!

Das Warten hat darüber hinaus noch einen wunderbaren Nebeneffekt. Man kann sich „mir voller Power auf die Karriere konzentrieren.“ Das ist, liebe Leserinnen, übrigens das, was Männer sowieso machen, weil sie weniger diesen Mist erzählt kriegen.

Schade, dass GRAZIA mit ihren eigenen Tipps so wenig freigiebig ist. Da hätte sie zum Beispiel Christian (25) helfen können. Vor dem warnt sie ein paar Seiten weiter, weil er sich durch Tinder vögelt.

Foto 4

In einem erschütternden Selbstbericht erklärt der arme Mann, er hat die Erfahrung gemacht „dass auch die meisten Frauen oft nichts Festes suchen.“

Mensch Christian (25), hättest du mal die GRAZIA gelesen. Die tun doch alle nur so! Frauen meinen doch nie das, was sie sagen.

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