Feminismus & Weltverschwörung
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Warum es mich nicht überrascht, dass Katzen den Feminismus retten…

Es dauerte nur ein paar Tage, dann waren sie da: die Confused Cats Against Feminism – verwirrte Katzen gegen den Feminismus. Vorher hatte ein anderer antifeministischer Tumblr eine Menge Aufmerksamkeit bekommen. Hier verkünden junge Frauen, warum sie Feminismus nicht brauchen. Ich hatte bereits darüber gebloggt, dass man den meisten Aussagen dort, die mit Feminismus nur wenig zu tun haben, am Besten mit Humor begegnet.

Katzen? Katzen!

Nun kann man Katzen super finden oder eher nicht. Diese Katzen muss man dafür lieben, dass sie es genauso sehen: Humor ist die beste Waffe. Beim Betrachten kam mir aber noch ein anderer Gedanke. Wieso eigentlich Katzen? Wieso keine Schildkröten oder Hamster? Und wieso kommen einem Katzen so passend vor? Nun geht es Katzen wir allen Haustieren. Sie haben ihre Liebhaber und ihre Hasser. Berühmte Katzenliebhaberlisten gibt es viele. Darunter so illustre Namen wie Ernest Hemingway. Der hatte dreißig Katzen. Erich Kästner und Herman Hesse besaßen ebenfalls mehrere. Und Revolutionären (passend zum Thema) standen sie auch nahe: Lenin und Rosa Luxemburg mochten Fellknäuel angeblich auch. Fällt an der Aufzählung etwas auf? Erstaunlich viele Männernamen. Das verwundert auf der einen Seite nicht. In diesen berühmte XX-Listen treten oft mehr Männer als Frauen auf (Thema Sichtbarkeit – Das ist dann etwas für einen weiteren Post). Auf der anderen Seite überrascht es aber doch.

Denn eigentlich scheinen doch Frauen und Katzen eine Einheit zu sein, oder? Und das nicht nur, weil es ältere Politiker in Bayern gibt, die ihre Langzeitangetraute in Interviews Muschi nennen. Die kulturelle Verlinkung zwischen Frauen und Katzen ist nicht von der Hand zu weisen. Von den verrückten Katzenfrauen bis zu Cat Woman. Und was haben die Hexen im Märchen immer an ihrer Seite? Katzen haben demnach eine unterschwellige gefährlich-negative Note mit einem Hauch Sexiness. Mhm…

Zeig mir dein Haustier und ich sag dir wer du bist?

Wenn man länger darüber nachdenkt, wird einem schnell klar, wie präsent unsere Zuordnung auch beim Thema Haustiere ist. Was ist der Hund? Der beste Freund des Mannes. Wer welches Tier besitzt, trennen wir gern nach Geschlecht. Nicht umsonst wurde die Whiskas-Werbung, in der zum ersten Mal ein junger Mann seine Katze fütterte als modernes Update wahrgenommen (Und blieb eine einmalige Ausnahme). Wer mag, kann beim nächsten Einkauf auch auf die farbliche Gestaltung von hochpreisigem Hunde- und Katzenfutter achten. Katzen bekommen hier gern pink-violette Verpackungen mit Glitzerelementen – während der Hund in hundeblau verköstigt wird.

Sicher, man kann auch versuchen, dass Ganze positiv umzudeuten. Katzen sind in der allgemeinen Wahrnehmung stark, unabhängig und mit eigenem Willen ausgestattet. Wie mit allen Stereotypen und Typisierungen entlang der Geschlechterlinien geht es – auch wenn es so einen Bart hat – aber mal wieder ums Prinzip. Menschen haben Vorlieben, was ihre Haustiere betrifft. Kein Grund, sie mit ihrem Geschlecht zu begründen. Und daraus im schlimmsten Fall Einschränkungen zu konstruieren wie „Hunde sind eher etwas für Jungs.“

Das Wichtigste zum Schluss

Ich bin also nicht überrascht, dass es ausgerechnet Katzen sind, die den Feminismus retten. Die Verbindung zur Weiblichkeit hat sie quasi prädestiniert. Auch wenn sich hier wieder eine weitere nicht notwendige Zuordnung zeigt, muss man den Confused Cats trotzdem eines zugestehen. Sie beweisen den Stereotyp, dass sie intelligente Tiere sind.

Denn sie verbreiten…ein gesundes Körperbild (Brauche keinen Feminismus, weil ich einen Keksbauch habe.),

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..eine starke eigene Meinung (Ich brauche Feminismus weil…Nein.),

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..und verschließen sich als Bewegung auch nicht vor Männ..äh Hunden (Sind wir mal ehrlich, alle Katzen lieben es gejagt zu werden. Sieht man ihnen doch an).

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Danke dafür!

Fotos: confusedcatsagainstfeminism.tumblr.com

 

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