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In Bastellaune

Nach dem ganzen Sex auf dem Blog, gibt es jetzt etwas Besinnliches zum 2. Advent. Bisher war Basteln mit Kleinkind meistens so: Man denkt sich etwas aus, motiviert Kleinkind, bereitet vor & ist nach allerspätestens 5 Minuten mit allem allein, weil das Kind keine Lust mehr hat. Das ist wirklich schade. Nicht, weil ich nicht gern bastele. Ich könnte auch völlig allein die Sache zu Ende bringen & stelle sogar therapeutische Wirkungen bei mir fest. Aber man hatte sich das Ganze ja mal als Beschäftigungstherapie für das Kind & nicht sich selbst ausgedacht. Und das Kind ist dann eben wieder unterbeschäftigt & lässt einen nicht in Ruhe weitermachen.

Umso überraschter war ich, wie lange Salzteig die Konzentration bindet. Kann natürlich auch nur eine Momentaufnahme sein & ist bisher nicht empirisch belegbar. Aber schon allein durch die einzelnen Abeitsschritte ist Beschäftigung garantiert. Warum Salzteig (wahrscheinlich für echte DIY-Cracks ein garantierter Lacher – total 90er wie Freundschaftsbändchen)? Aber zum einen habe ich das selbst als Kind immer gern gemacht. Und zum anderen haben wir große Knetvorerfahrung. (Bis zum dem Punkt, wo das Play-Doh versteckt wurde nicht mehr auffindbar war, weil es sich in jeden Winkel der Wohnung gefressen hatte.)

Die Zutaten für Salzteig hat man auch alle im Haus (2 Tassen Mehl, 2 Tassen Salz, 2 EL Öl, 1 Tasse Speisestärke, 1 1/2 Tassen Wasser).

Foto 3

Jetzt darf gemanscht werden. Wenn der Teig zu feucht ist, kommt Mehl dazu. Wenn er zu  bröselig ist, eben Wasser. Manche machen Salzteig auch mit Kleister. Für kleine Kinder, die gern selbst testen, ob Mama Recht hat mit „Das ist kein Teig zum Essen.“, ist mir Speisestärke lieber. (Erziehungseffekt: Mama hat – wie immer – Recht.)

Dann kann losgelegt werden. Das Schöne: Grundformen wie einen Tannenbaum kann man vormachen & selbst ganz kleine Kinder können Kügelchen & Rollen zum Verzieren beisteuern.

Foto 1Oder sie kneten neben dran einen Klumpen (Guck mal, eine Brezel!) & man selbst ist ungestört. Das Tolle am Basteln mit kleinen Kindern ist ja sowieso, dass die eigenen Ergebnisse nicht schön aussehen müssen (Hat ja das Kind gemacht). Eine schöne Idee, die ich im Internet gefunden habe, ist der Weihnachtsmann aus dem Handabdruck. (Ihre Hände zu Kunstzwecken irgendwo rein drücken, haben die meisten Kinder im Schlaf drauf, weil es die simpelste Art ist, etwas Selbstgemachtes zu produzieren, was nicht lang dauert. Weswegen es sicher so gern von Kitas & Eltern genutzt wird.)

Dann kommt alles in den Ofen. Bei uns waren es zwei Stunden bei 150 Grad. (Zwischendurch immer mal stolz gucken, was die eigenen Erzeugnisse so machen.) Die Backzeit kann je nach Dicke variieren.

Bemalt werden darf mit allem, was da ist. Fingerfarben, Glitzerstifte… Wir haben alles mal durchprobiert. Wasserfarben decken nicht so gut, so dass man unter Umständen mehrere Schichten braucht. Es gibt aber auch für Kinder geeignete Farbe auf Acrylbasis. Um das Bemalen möglichst ablenkungsfrei zu halten, empfehle ich übrigens nicht den Kauf der Märchenedition der Küchenrolle mit dem Motiv Hänsel im Hexenhostel 3 (unten links im Bild). Die Arbeit wird doch zu oft unterbrochen, um sich zu versichern, dass es dem Jungen gut geht.

Foto 1 Kopie

Je nach eigener Nervenstärke muss man entscheiden, ob man erträgt, wenn die Rohteile ganz anders koloriert werden, als man es im Kopf hatte. Ich habe mich meiner guten Erziehung erinnert & geteilt, so dass jeder zwei bekam.

Was Mama wieder allein machen darf, ist die Fixierung mit Sprühlack.

Das Ergebnis: Blue Eyed Santa & ein leicht depressiver Schneemann neben den wahren Kunstwerken Pollock’scher Prägung. Selten trifft Action Painting besser.

Foto 3 Kopie

Außerhalb der Weihnachtszeit stellt sich hier meist nach 2-wöchiger Aufbewahrung an prominenter Stelle im Wohnbereich die Frage: Behalten & anbauen oder verschwinden lassen? Diesmal ist die Antwort simpel: verschenken. Vitrinen & Anrichten können schonmal freigeräumt werden. Das Kind ist noch jung.

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