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Vom zu viel & zu wenig: Über Hand- & Hosentaschen

Frauen und Handtaschen. Eine symbiotische Beziehung. Das verlängerte Wochenende mit einigen Ausflügen hat mich zum Nachdenken gebracht. Frauen tragen in ihren Taschen tatsächlich eine ganze Menge mit sich herum.

Ein Zuhause am Handgelenk

Wenn man Kinder hat, erhöht sich die Zahl der Dinge, die man unterwegs immer dabei hat, natürlich noch einmal beträchtlich. Aber auch ohne Kinder haben Frauen tatsächlich ziemlich oft mehr als das Handy-Schlüssel-Portemonnaie-Trio dabei. Das zieht natürlich die Klischees nach sich. Frauen können mir ihrer Handtasche problemlos ein paar Tage in der Wildnis überleben – das Zuhause am Handgelenk. Handtaschen können sie wie Schuhe nie genug haben. Und dann erst die Sucherei.

Ich habe allzu oft den gesamten Inhalt einer Tasche vor der Wohnungstür entleert, um in diesem Punkt jetzt eine Gegenrede zu versuchen. Und auch, wenn sich bei mir nicht unbedingt Lippenstift, Kopfschmerztablette oder Nähzeug findet…voll ist sie trotzdem. Ich besitze auch einige Taschen. Obwohl ich den Eindruck habe, dass wenige Frauen tatsächlich häufig wechseln. Da gibt es dann eher eine längere Periode, in denen man eine Tasche immer dabei hat & dann ist es wieder über lange Zeit eine andere.

Nothilfe für alle

Männer verstehen das natürlich nicht, so geht der Gegensatz weiter. Die nehmen immer nur das Nötigste mit. Das ist auch oft kein Problem, da die mitreisenden Frauen ja alles dabei haben. Oder sich an den meisten Orten Frauen in der näheren Umgebung finden lassen, die alles dabei haben. Ich verteile beispielsweise im Büro relativ häufig Taschentücher an erwachsene Männer. Das ist bei Ausflügen genauso. Die Grundversorgung der Familie wandert in meine Tasche, die dann entsprechende Ausmaße annimmt. Nicht selten beherbergt sie auch das oben beschriebene Männertrio. Diese Tasche wird einem dann auch gern wegen zu großer Schwere abgenommen. Aber eine eigene braucht man nicht. Weil man als Mann ja nicht so viel Zeug dabei hat.

Erster Gedanke: Das Besitzen, Füllen & Tragen von Handtaschen ist wohl weniger weibliche Ureigenschaft (wegen Sammeln und so) sondern eher Ausdruck eines anerzogenen Kümmermodus. Also: Was hat man in der Handtasche? Und was davon ist einzig und allein nur für eigenen Gebrauch vorgesehen? Kann also gar nicht weitergegeben werden – wie eben das Handy-Schlüssel-Portemonnaie-Trio.

 Ein Plädoyer für Taschen, die ihren Zweck erfüllen

Ein zweiter Gedanke kam mir, als im Flur vor meinen erstaunten Augen der Inhalt der Innentaschen seiner Kleidung nach der Heimkehr ausgeräumt wurde. Die Handtasche ist vielleicht weniger ästhetisches Accessoire als notwendige Beförderungsmöglichkeit für Gegenstände aufgrund der fehlenden Funktionalität von Frauenkleidung. Innentaschen finden sich hier äußerst selten. Und Außentaschen sind all zu oft sehr klein oder nur angedeutet. Viele meiner Anzughosen bieten keine Möglichkeit irgendetwas zu verstauen. Warum gibt es eigentlich so selten richtige Taschen an Frauenkleidung? Zweckmäßigkeit & Schönheit gehen da oft nicht zusammen. Angesichts dieser Tatsache dürfte sich eigentlich niemand vom anderen Geschlecht mehr wundern, dass Frauen immer Taschen mit sich herumtragen.

Es wäre mal ein Experiment, Männerkleidung eine Weile nur mit angedeuteten & unstabilen Taschen zu versehen.

Und jetzt darf man überlegen: Würde das endlich den Absatz von Männerhandtaschen ankurbeln oder würden die Männer die Taschen zu Boden werfen und verlangen, dass ihre hübsch desingte Kleidung auch ein bisschen mehr ihren Zweck erfüllt?

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