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[Gelesen] Bitte freimachen – Eine Anleitung zur Emanzipation

Als ich vor einigen Monaten auf Twitter erfuhr, dass Kathrin Rönickes Buch im Juli erscheint habe ich gleich vorbestellt & mich darauf gefreut, es im Urlaub zu lesen. Schließlich macht die Autorin den wunderbaren Lila-Podcast (unter anderem), den ich so schlecht beim Einschlafen hören kann, weil er a) viel zu gut ist zum Wegdämmern und b) das andauernde Nicken & „Genau!“ rufen mich sowieso am Einschlafen hindern würde. In der Featurette  sammelt sie mit ihren Mitstreiterinnen außerdem tolle Blogs von tollen Frauen (Ich bin da auch dabei. *hüstel*).

Ich war also, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, bereits vor dem Aufschlagen dieses Buches (mit sehr coolem Cover) ein wenig voreingenommen. Und dann noch als Erstes sehen, dass wir keine 20 km voneinander entfernt aufgewachsen sind…

Trotzdem muss ich leider mit dem Negativen anfangen. Ich konnte das Buch nicht wie geplant entspannt im Urlaub lesen. Es kam nämlich bereits zwei Tage vorher an & ich hatte es bereits durch als es losging! Es hätte also mehr Seiten gebraucht.

Die Anleitung zur Emanzipation mit 10 Punkte Checkliste sucht man übrigens auch vergebens. Dafür wimmelt es an Impulsen zum Selbst-nachdenken. (Moment, mag es vielleicht darum gegangen sein?)

Kathrin Rönicke schreibt sich nämlich einmal quer durch alle Themen, die einem bei dem Stichwort durch den Kopf gehen könnten. Von Pubertätsverwirrungen & Körperbildern über Muttersein bis zum Berufsleben (inkl. Millitärdienst) & Netzfeminismus. Trotz der breiten Themenpalette hatte ich nicht das Gefühl, dass unnötig verknappt & reduziert wurde. Obwohl sich bei diesem Ritt durch ein ganzes Spektrum an vielfältigen Themen natürlich einiges vorgenommen wurde. Allein zu Vereinbarkeit & Mütter- bzw. Väterbildern sind in letzter Zeit mehrere Bücher erschienen, die sich auf 300 Seiten nur diesem einen Thema widmen. In Bitte freimachen finden sich aber auch auf wenigen Seiten, denn mehr bleibt oft nicht, viele kluge Gedanken & Fakten.

Um Fakten geht es aber eigentlich gar nicht so sehr, zumindest machen sie es nicht (nur) aus, dass ich so gern gelesen habe. Denn die große Stärke ist hier das Persönliche, gerade im ersten Teil. Die Autorin hat sich getraut, sich selbst freizumachen – im besten Wortsinn – und lässt uns Teil haben an viel unmittelbarem Ich. Dabei erinnerte sie mich stellenweise ziemlich an Caitlin Moran, was sie hoffentlich auch als Kompliment versteht.

Soviel Mut zur eigenen Geschichte, bei der auch Peinlichkeiten nie peinlich wirken & Intimes keine befremdlichen Schlüssellochgedanken auslöst, hätte ich auch manchmal gern auf meinem Blog.

Vielleicht sollten wir alle viel mehr unsere unmittelbaren Geschichten erzählen, denke ich also beim Zuklappen. Wenn es so kraftvoll, informativ & unterhaltsam ist wie in Bitte freimachen, dann ist das doch eine super Anleitung zur Emanzipation.

**Wer sich noch nicht gleich das Buch besorgen will, sondern erst eine Leseprobe haben möchte, kann hier schauen. Aber wieso solltet ihr?**

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4 Kommentare

  1. Danke 🙂 Ist also wirklich so gut wie erwartet. Auf meiner Wunschliste steht es schon, aber dann schiebe ich es mal ganz nach oben.

    • Ich fands gut, guter Überblick. Wenn man ihren Schreibstil mag & von Persönlichem nicht abgeschreckt ist, lohnt es sich auf jeden Fall.

  2. Das Buch wollte ich sowieso lesen. Durch deine Besprechung habe ich aber nun richtig Vorfreude entwickelt. Danke! Ich bin schon sehr gespannt.

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