Film & Fernsehen, Schönes & Banales
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52 Filme

Gestern las ich einen Beitrag, der mich auf 52 Filme brachte und da stand genau das, was ich auch meine. Es ging in etwa so: „Ich finde nicht, dass Männer keine Filme mehr machen sollen. Ich glaube nicht, dass Männer schlechte Filme machen. Aber ich weiß, dass sie die meisten Filme machen.“ 4 von 5 deutschen Filmen, um genau zu sein.

Deshalb melde ich mich kurz aus meiner kleinen Sommerpause, um euch #52FilmsbyWomen ans Herz zu legen. Das ist, das stand auch in dem Text, die perfekte Kombi aus einer Herausforderung und Sofa-Aktivismus. Und für Sofa-Aktivismus bin ich immer zu haben. Women in Film, eine gemeinnützige Organisation, die sich für gleiche Chancen für Frauen in der Filmwirtschaft einsetzt, hat sie ins Leben gerufen.  Hier kann man sich verpflichten, ein Jahr lang, jede Woche einen Film zu sehen, der von einer Regisseurin gemacht wurde. Eine Liste gibt es hier.

Wer es noch besser machen will, guckt bei Pro Quote Regie, dem Zusammenschluss deutscher Regisseurinnen. Dort kann man auch für eine Frauenquote bei der Filmförderung unterschreiben. Erst knapp 8.000 Personen haben sich für die Challenge eingetragen und 350 bei Pro Quote. Da geht noch was.

Ich finde die kleine Selbstverpflichtung sinnvoll, weil man wahrnimmt, was Frauen bereits an Filmen gemacht haben. Je mehr wir diese Filme ansehen, kaufen und auf Streamingportalen anklicken, desto besser. Außerdem ist die Liste (siehe oben) schön, weil es nicht nur um Filme von Frauen geht, sondern um Filme von möglichst vielfältigen Frauen. Schließlich ist es eine schöne Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu generieren. Ich schreibe einen Blogpost und man kann und soll über die gesehenen Filme twittern oder auf Facebook schreiben, oder, oder. Außerdem liebe ich Filme. Ich habe bisher nicht darauf geachtet, ob sie von Frauen oder Männern waren. Dadurch habe ich tolle, gute, schlechte und unerträgliche Filme gesehen. Wisst ihr was? Das wird sich nicht ändern. Auch Frauen machen fantastische und grausige Filme. Aber ich kann ein bisschen dazu beitragen, dass sie die gleichen Chancen bekommen, sie zu machen. Denn, davon bin ich überzeugt, je mehr Regisseurinnen, desto mehr Produzentinnen, Schauspielerinnen, Drehbuchautorinnen, Kamerafrauen und was es sonst noch so gibt.

Da ich gerade im schönsten Sonnenschein sitze, mache ich mir jetzt nicht die Mühe zu erklären, warum das sinnvoll ist. Ich glaube, ihr wisst schon Bescheid und glaubt sicher auch, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Und wer es noch einmal nachlesen möchte, kann es auf den oben genannten Seiten tun.

Und dann kann man jederzeit anfangen und von mir aus auch nur alle zwei Wochen einen Film schauen, also quasi #26FilmevonFrauen machen. Obwohl das ein bisschen wie die FdH-Diät wäre. Und wer will das schon?

Foto: flickr – EL Gringo – CC by 2.0

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13 Kommentare

  1. Das ist eine tolle Challenge! Hätte ich ein bisschen mehr Zeit und Ruhe für Filme, würde ich mitmachen. Immerhin ist einer meiner Lieblingsfilme von einer Frau (Across the Universe).
    Aber was ist mit Filmen oder Serien, die von einer Frau und einem Mann sind (Grace and Frankie, Gilmore Girls)? Zählen die auch?

    • Ich schäme mich gerade, ich habe nur 8 Filme von der Liste gesehen. Dafür füge ich Across the Universe und Nowhere Boy hinzu – als Alternative, falls einem manche Filme zu krass oder zu gruselig sind.

    • Also bei mir zählen die auch, Robin Wright Penn hat ja z.B. einige House of Cards – Folgen Regie geführt, wenn ich das richtig gesehen habe. 🙂 Ich war aber auch überrascht, wie wenige Filme von Frauen sind und manche haben mich auch andersrum überrascht (American Psycho zum Beispiel hätte ich auf Regisseur gewettet).

      • So, habe Mean Girls geguckt. Zwar nicht von einer Frau direkt, aber immerhin von Tina Fey geschrieben. Ich finde, das zählt auch. Wer sagt denn, dass der Regisseur immer alle Lorbeeren verdient?
        Ich finde ja, man sollte die Liste überarbeiten in „Filme von Frauen, die auf Netflix DE verfügbar sind“ – und Autorinnen sollten auch zählen.

  2. Danke für deinen inspirierenden Beitrag! Ich liebe es, Geschichten zu schreiben und mein Traum ist es auch, einmal eine davon verfilmen zu lassen 🙂

  3. Das ist ein Thema, das mich auch schon länger beschäftigt. Einmal im Monat erscheinen bei mir Reviews zu sieben Filmen zu einem bestimmten Thema – quasi meine aktuellen Werkschauen oder „Filmguck-Projekte“ oder wie auch immer man das nennen möchte. Manchmal so Themen wie die aktuelle Jahreszeit oder Film, die sich Lehrern widmen oder Filme die als gemeinsamen Nenner einen Schauspieler haben. Irgendwann wurde mir der Männerzirkus zuviel und ich habe bemerkt, dass ich schon soviele Beiträge rund um Männer dabei hatte. Schauspieler, Regiesseure, Autoren — aber keine Schauspielerinnen, Regiesseurinnen etc. Da habe ich mal angefangen Schauspielerinnen in den Fokus zu nehmen – das habe ich einige Monate lange gemacht angefangen mit Cate Blanchett schamloser Werbungslink . Aber gerade Regiesseurinnen fehlen mir noch. V.A. weil die Regel meiner Werkschau ist, dass es sieben Filme sein müssen. Es gibt soviele Männer mit einer in kürzester Zeit auf über sieben Filme ansteigenden Filmografie – aber bei den Frauen, selbst bei den Vorreitern und Vorzeigebeispielen wie Sofia Coppola oder Kathryn Bigelow gibt es kaum eine, die es auf sieben Filme bringt, selbst wenn sie schon lange im Geschäft sind. Was soll man davon halten …
    deswegen danke für die verlinkte Liste und deinen Beitrag, da kann ich mal ein bisschen abschauen, wen es da draußen noch so gibt unter den Regiesseurinnen.

  4. Pingback: Links für August 2016 | Sqrrrl* Wants Revolution.

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